Cheonjiyeon-Wasserfall: Die Enten stehlen die Show
Die Familie eines Freundes kam zu Besuch. Ein 6-jähriges Kind war auch dabei, aber der Reiseplan bestand nur aus Orten, die dem Vater gefallen, nicht dem Kind. Da ich eher den Geschmack von Kindern teile, hatte ich auch keine große Lust, aber ich musste sowieso fahren... ㅠㅠ
Unser erstes Ziel war der Cheonjiyeon-Wasserfall (auf Jeju). Als ich das letzte Mal beim Jeongbang-Wasserfall war, fand ich die Landschaft ziemlich schön, also bin ich heute mit hohen Erwartungen losgezogen. Es gibt reichlich breite Parkplätze und auch die Fußwege sind schön breit und bequem zu laufen. Der Weg bis zum Wasserfall war zwar etwas lang, aber verschiedene Skulpturen und ein "Ass im Ärmel" haben die Langeweile bestens vertrieben.

Dieses Ass im Ärmel waren nämlich Enten!
Es gibt dort einen Bach, der vom Cheonjiyeon-Wasserfall gespeist wird, und dort wimmelt es von Enten, die sich von den Touristen füttern lassen. Am Anfang dachte ich nur: 'Oh, da sind Enten', aber je weiter wir hineingingen, desto mehr wurden es. Darunter waren auch welche, die wie furchtlose Stadttauben überhaupt keine Angst vor Menschen hatten. Sie sahen aus, als würden sie einen gleich anrempeln, wenn man ihnen nicht aus dem Weg geht.



Der Wasserfall selbst war dann allerdings ein wenig enttäuschend. Er ist nicht riesig und hat auch nicht diese Dynamik wie der Jeongbang-Wasserfall, der direkt ins Meer stürzt. Er ist von dichten Bäumen umgeben – ein sanfter Wasserfall, bei dessen Anblick man am liebsten Makgeolli (koreanischen Reiswein) und Pajeon (Lauchpfannkuchen) genießen würde. Aber leider konnten wir nicht einmal unsere Masken abnehmen, geschweige denn etwas essen, was die Enttäuschung nur noch vergrößerte.
Während der Jeongbang-Wasserfall eher maskulin und wild wirkt, ist der Cheonjiyeon-Wasserfall feminin und sanft. Wer diese Atmosphäre mag, wird seine Augen wahrscheinlich nicht davon abwenden können.


Auf dem Rückweg haben wir natürlich wieder Enten beobachtet. Es gibt zwar die eine oder andere Skulptur, aber nichts zieht die Blicke so sehr auf sich wie diese Kerlchen. Auf dem Rückweg watschelten sie sogar zwischen den Beinen der Leute hindurch, als wollten sie sich extra für Fotos in Pose werfen. Man muss allerdings aufpassen: Ihre Hinterlassenschaften sind wie kleine Landminen überall verteilt, man sollte also immer schön auf den Weg achten.


