St. Petersburg Reisetipps
Nach meinen Moskau-Tipps habe ich hier ein paar Dinge aufgeschrieben, die ich gerne vor meiner Reise nach St. Petersburg gewusst hätte. Ob sie euch helfen, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Klingt das zu unverantwortlich...?
1. Wenn ihr die Eremitage an einem Tag sehen wollt, nehmt euch einen Guide
Vielleicht lag es daran, dass ich zum ersten Mal in einem Museum von Weltrang war und deshalb etwas überfordert war, aber ich glaube nicht, dass es anderen, die schon viele Museen besucht haben, viel anders ergehen wird. Um an einem Tag auch nur grob alles zu sehen, empfehle ich, einen Guide zu engagieren. Wenn ihr als Backpacker mit kleinem Budget und viel Zeit unterwegs seid, ist das vielleicht etwas anderes, aber für ein Tagesprogramm ist ein Guide genau das Richtige. Wie wichtig das Know-how ist – wann man reingeht, welche Route am besten ist, Erklärungen zu den Kunstwerken – habe ich schon im Königspalast in Thailand gemerkt, aber in der Eremitage wurde es mir noch einmal richtig bewusst. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten einer Stadt, die man nicht verpassen darf, empfehle ich nach Möglichkeit immer einen Guide.
2. Die russische Sauna (Datscha) funktioniert ganz anders als in Korea. Erwartet keine koreanische Sauna.
Was mich in der Datscha am meisten überrascht hat, war, dass man Alkohol trinkt und dann in die Sauna geht. Etwas, das man bei uns absolut nie tun würde, ist hier quasi der Hauptzweck. Das System funktioniert auf Zeitbasis, ähnlich wie in koreanischen Karaoke-Bars. Wenn das Geld reicht, sauniert man in Russland gerne die ganze Nacht durch – das ist schon eine ziemliche Umstellung. Wenn ihr die russische Saunakultur einmal erleben wollt, solltet ihr euch vorher über verschiedene Blogs gut informieren. (Ich sage das zwar so, habe es aber selbst bei einem russischen Freund zu Hause erlebt und habe daher keine Ahnung von Preisen oder Ähnlichem. Ich bin einfach ein Glückspilz.)
3. Die Aussichtsplattform der Isaakskathedrale ist ein Muss.
Wenn das Geld knapp ist, überlegt man vielleicht, ob man auf die Aussichtsplattform der Isaakskathedrale gehen soll oder nicht. Macht es unbedingt. In St. Petersburg, wo es keine Berge gibt, ist dies der einzige Ort, an dem man die Aussicht auf die Stadt richtig genießen kann. (Es gibt zwar auch Rooftop-Touren, aber da ich nicht weiß, wie man sich dafür anmeldet, lasse ich das mal außen vor.) Oben darf man keine Stative benutzen, also spart euch die Mühe, eines mitzuschleppen.
4. Russische Touristenangebote (Bootstouren, Museen etc.) sind für Ausländer teurer.
In gewisser Weise ist es logisch, aber es gibt definitiv einen "Einheimischen-Preis". Viele denken natürlich, dass alle den gleichen Preis zahlen sollten, aber das ist eben nur eure Meinung. Wenn euch das stört, ist die fast einzige Lösung, einen russischen Freund um Hilfe zu bitten. Und die "Einheimischen-Preise" steigen jedes Jahr.
5. Ohne SMS-Empfang gibt es kein WLAN in Fast-Food-Läden oder Cafés.
Die meisten WLAN-Systeme in russischen Fast-Food-Restaurants funktionieren so, dass man einen Bestätigungscode per SMS erhält und diesen eingeben muss. Wenn ihr also eure koreanische Handynummer pausiert habt und keine SMS empfangen könnt, könnt ihr das WLAN nicht nutzen. Dann bestellt man sich einen Burger für das kostenlose WLAN und muss am Ende nur den Burger essen und wieder gehen. Ich empfehle daher, eine lokale SIM-Karte zu kaufen. Die Preise für SIM-Karten sind überraschend günstig, sodass es nicht allzu sehr ins Geld geht. Es ist besser, eine SIM-Karte zu kaufen, als umgerechnet etwa 4.000 KRW zu sparen und sich dann extrem abzumühen.
6. Tickets für das Mariinski-Theater solltet ihr schon vor der Reise buchen.
Egal ob Bolschoi oder Mariinski, es ist besser, im Voraus zu buchen. Sie sind so beliebt, dass es unglaublich schwierig ist, Tickets für die gewünschte Zeit zu bekommen. Den Gedanken, die Tickets erst in Russland zu kaufen, solltet ihr gleich verwerfen. Ein kleiner Tipp zum Theater: Die Vorstellungen beginnen nicht pünktlich, sondern etwa 15 Minuten später. Man sollte eintreten und sitzen, bevor die Glocke dreimal läutet. (Das ist zumindest die Regel, aber man kommt wohl auch danach noch rein.) Gepäck kann man kostenlos abgeben, und die Operngläser, die oft von feinen Damen benutzt werden, kosten 150 RUB.