Fripcamp: Mein Coworking-Space in Seogwipo
Als ich beschloss, eine Zeit lang in Seogwipo (im Süden der Insel Jeju) zu leben, und gerade auf Wohnungssuche war, fiel mir eine Facebook-Anzeige auf. Sie begann mit „Arbeiten und Reisen gleichzeitig!“ und bewarb ein Event auf Jeju mit einem Hotelzuschuss von 30.000 KRW und kostenloser Nutzung eines Coworking-Spaces. Die Bedingungen waren einfach zu gut. Mein größtes Problem in Seogwipo war ohnehin die fehlende Einrichtung wie Schreibtisch und Stuhl, also meldete ich mich wegen des Coworking-Spaces sofort an. Leider galt der Zuschuss von 30.000 KRW nicht für meine Jahresmiete, aber der Arbeitsplatz allein war es schon wert.


Nach der Anmeldung verging einige Zeit. Ich packte meine Sachen in Seogwipo aus und fuhr zum ersten Mal dorthin. Von meinem Haus aus sind es etwa 15 Minuten mit dem Auto. Das Fahren in Seogwipo ist entspannt, da es weder Staus noch rücksichtslose Fahrer gibt. So fühlt sich der Weg zur Arbeit völlig stressfrei an. Der Space ist ein gemieteter Bereich im Café im zweiten Stock des Hotels „Hey Seogwipo“ und die Aussicht ist einfach fantastisch. Noch bevor ich meine Sachen auspackte, musste ich erst einmal die Landschaft vor dem Fenster bewundern. Während ich noch staunte, erklärte mir der Manager bereits die Temperaturmessung und die Nutzung der Einrichtungen. Man sah deutlich, dass sie sich Mühe gegeben hatten, das Café wie einen echten Coworking-Space wirken zu lassen – mit aufgestellten Monitoren und bereitgestellten Snacks. Aber bei dieser großartigen Aussicht und den tollen Tischen gerieten diese Bemühungen fast in den Hintergrund.


Damals, als Unternehmen wie Daum und Nexon nach Jeju kamen, wäre es toll gewesen, wenn man das Silicon Valley mit der entsprechenden Infrastruktur wie Krankenhäusern und Universitäten richtig nachgeahmt hätte, aber das ist Vergangenheit. Für den Moment halte ich es für einen guten Ansatz der Lokalregierung, Räume für Leute im Homeoffice zu schaffen, so wie bei diesem Programm. Vielleicht liegt es daran, dass es noch ganz am Anfang steht, aber es sind noch wenige Leute hier. Da das Programm aber so gut ist, denke ich, dass es bald voller wird. (Oh... tatsächlich sind mittlerweile so viele Leute gekommen, dass der Platz knapp wird.)





Da es sich um ein Hotelcafé handelt, gibt es leider keine echten Besprechungsräume. Dieses Problem wurde gelöst, indem einfach ein Hotelzimmer dafür angemietet wurde. Da es nur eines gibt, wird es bei vielen Leuten schnell unpraktisch. Es ist fast unmöglich, es zu reservieren, aber es gibt keine wirkliche Alternative. Im Erdgeschoss des Hotels ist es laut, und woanders kann man sich kaum ungestört unterhalten. Dafür, dass es nur eine schnelle Notlösung ist, ist der Besprechungsraum ziemlich gut. Es steht sogar ein Bett darin, was einen unweigerlich denken lässt: „Könnte ich hier vielleicht ein kurzes Nickerchen machen?“



Da es sich um ein temporäres Programm handelt, gibt es keine Aktivitäten zum Aufbau einer Community. Bei Fast Five oder WeWork gibt es so etwas zwar auch nicht unbedingt, aber ich fände es schön, wenn es – wie im Werbetext suggeriert – Programme wie Yoga oder gemeinsame Spaziergänge gäbe. Schließlich war das Ziel ja, Arbeit und Urlaub zu verbinden.
Wirklich extrem schade ist, dass dieses tolle Programm schon im November endet. Wenn es diese Qualität zum Preis eines Fast Five gäbe, würde ich ernsthaft darüber nachdenken, privat dafür zu bezahlen. Wenn es vorbei ist, muss ich wieder in umliegenden Cafés oder von zu Hause aus arbeiten. Mein Remote-Work-Abenteuer in Seogwipo hat an einem so stabilen Ort mit einer so herrlichen Aussicht begonnen, und der Gedanke, bald an einen schlechteren Ort wechseln zu müssen, bereitet mir jetzt schon Sorgen.
Sollte das Projekt gut bewertet werden, finanzielle und personelle Unterstützung von der Stadt erhalten und zu einem fairen Preis angeboten werden, würde ich am liebsten das ganze Jahr über hierher kommen, solange mein Jahresmietvertrag läuft.