Meine 7 ehrlichen Reisetipps für Athen
Ein kurzes Fazit meiner Eindrücke und Tipps von meiner Reise nach Athen.
1. Busfahrpläne vom Flughafen in die Stadt genau prüfen.
Man darf auf keinen Fall an Seoul denken, wo Busse auch nach Mitternacht noch fahren. Als ich um 22 Uhr an der Bushaltestelle stand, fuhr schon nichts mehr. Griechenland hat selbst für europäische Verhältnisse sehr starke Gewerkschaften, daher sollte man nie davon ausgehen, dass die öffentlichen Verkehrsmittel bis spät in die Nacht fahren. Es kommt nicht selten vor, dass sie wegen Streiks und Demos nicht einmal am helllichten Tag fahren – warum sollten sie es also nachts tun? Mit Google Maps findet man auch in Griechenland heraus, welchen Bus man bis in die Nähe des Hotels nehmen muss. Ansonsten unbedingt das Personal fragen. Am besten ist es wohl, Uber oder Taxi zu fahren oder einfach tagsüber anzukommen. Aber das ist doch teuer!!
2. Nachts auf keinen Fall zu Fuß unterwegs sein.
Diese Gegend ist nicht Seoul. Die Sicherheitslage ist nicht besonders gut, weshalb die Straßen nachts gefährlich sind. Viele haben große Angst vor Russland, aber im Vergleich zu Athen fühlte sich die Sicherheit in Russland für mich an wie eine Stadt mit einer Kriminalitätsrate von null. Wenn Gotham City wirklich existieren würde, wäre es wohl Athen – so schlecht ist die Sicherheit bei Nacht. Als ich in Athen tatsächlich gegen 23 Uhr zu Fuß unterwegs war, weil keine Busse mehr fuhren, hörte ich nach jedem Block von weitem jemanden rufen, ich solle warten. Besonders in der Nähe des Omonia-Platzes hört man nachts etwa einmal am Tag Schreie und das Geräusch von zerbrechenden Flaschen. Ich hoffe, niemand ist so dumm wie ich und läuft nachts alleine herum.
3. Wenn Zeit ist, unbedingt ins Mittelmeer springen.
Von Athen aus fährt man mit der Straßenbahn etwa anderthalb Stunden nach Glyfada. Es muss aber nicht unbedingt Glyfada sein. Die Ruinen von Athen sind, wenn man sich vorher nicht einliest, ehrlich gesagt nur eine Aneinanderreihung von wenig beeindruckenden Steinen, die einem nach der Rückkehr kaum im Gedächtnis bleiben. Das kristallklare Wasser und die Entspanntheit des Mittelmeers sind mir jedoch auch ein Jahr später noch in Erinnerung geblieben. Ich kann nur wärmstens empfehlen, sich unbedingt einen Tag Zeit zu nehmen, ins Mittelmeer einzutauchen und die typische Entspanntheit und das Essen dieser Region zu genießen.
4. Vor dem Ruinenbesuch ein griechisches Geschichtsbuch oder zumindest einen Reiseführer lesen.
In Athen gibt es wirklich viele Ruinen, aber entgegen unseren Erwartungen sehen die meisten nur aus wie verstreute Felsbrocken. Um von diesen Steinen beeindruckt zu sein, braucht man unbedingt Vorwissen. Sonst ertappt man sich dabei, wie man unter einer Sonne, die einem fast die Haare verbrennt, vor ein paar weißlichen Steinen steht, die zwar berühmt sind und von allen angestarrt werden, während man selbst nur gegen den Durst ankämpft. Wenn man nicht genug Zeit hat, um ein Geschichtsbuch zu lesen, empfehle ich, zumindest einen Reiseführer gründlich zu studieren. Reiseführer vernachlässigen diesen Aspekt nicht, sodass schon das Lesen eines einzigen Buches sehr hilfreich ist.
5. Wein zum Essen ist ein Muss, Olivenöl für die Heimreise auch.
Da ich Westeuropa noch nicht richtig bereist habe, kann ich nicht genau einschätzen, wie billig Griechenland im Vergleich ist, aber man kann wohl von etwa der Hälfte ausgehen. Vor allem griechischer Wein ist bei uns zwar wenig bekannt, aber da Griechenland wie Italien und Spanien in Südeuropa liegt, kann er gar nicht schlecht schmecken. Er ist wirklich günstig und lecker. Ein Wein, der umgerechnet etwa 10.000 KRW kostet, verwandelt sich in einem koreanischen Supermarkt in einen Wein für 40.000 bis 50.000 KRW und im Restaurant in einen für über 100.000 KRW. Wer gerne trinkt, sollte so viel Wein wie möglich genießen.
Dazu ist auch das Olivenöl fantastisch. Ein griechischer Salat ist eigentlich nichts Besonderes: Man schneidet Gemüse und Käse in grobe Stücke und gießt dann großzügig Olivenöl darüber. Aber er schmeckt unglaublich gut. Das liegt alles am Olivenöl. Deshalb ist Olivenöl das beste Mitbringsel für Eltern oder Freunde auf der Heimreise. Es gibt allerdings ziemlich viele Olivenölsorten, aber wenn man die gesprächigen Griechen fragt, antworten sie wirklich sehr freundlich. Wenn es an der Sprache scheitert, kauft man einfach Olivenöl in der Glasflasche. Als ich im Supermarkt Olivenöl aussuchte, redeten die Leute mit Händen und Füßen auf mich ein, dass Extra Vergine in der Glasflasche das Beste sei, und legten mir einfach eine Flasche in den Korb. Sie rieten mir, unbedingt Glasflaschen zu kaufen, da Plastik "fake" sei, und vergaßen auch nicht zu erwähnen, dass italienisches Öl nicht schmeckt und ich griechisches kaufen solle;;
6. Immer auf Streiks achten.
In U-Bahnen oder Straßenbahnen hängen A4-Zettel, auf denen steht, wann gestreikt wird. Streiks fühlen sich in diesem Land wie Alltag an. Man könnte denken: "Wenn gestreikt wird, nehme ich eben ein Taxi", aber man muss davon ausgehen, dass bei einem Streik sofort alle Straßen in Athen komplett verstopft sind. Man sollte den Streiktag als "Tag, an dem man den ganzen Tag läuft" betrachten und sich für diesen Tag Sehenswürdigkeiten vornehmen, die möglichst nah an der Unterkunft liegen.
7. Egal wie knapp das Geld ist, übernachte nicht in Omonia.
Genau wie es da steht. Dort übernachtet man nicht. Ich hatte große Augen bei den günstigen Preisen und habe dort ein Zimmer gebucht, aber nachts hatte ich so viel Angst, dass ich nicht einmal rausgehen konnte, um Wasser zu kaufen. Ich bin zwar von Natur aus ein Angsthase, aber die Stimmung dort ist so, als würde man selbst am helllichten Tag ausgeraubt werden. Wenn der Preis sehr wichtig ist, sollte man sich gut bei Airbnb umsehen. Da der Preisunterschied zu Hotels je nach Gegend stark schwankt, wird es oft nur als zweite Option betrachtet, aber in Athen gibt es viele günstige und gute Airbnbs.