Meine Moskau-Reisetipps: Was man vorher wissen sollte
Während meiner kurzen Reise nach Moskau habe ich ein paar Dinge notiert, bei denen ich dachte: „Es wäre echt entspannter gewesen, das vorher zu wissen.“ Ob das hier für euch nützlich ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber ich schreibe es einfach mal zur Übersicht auf.
1. Lieber U-Bahn als Taxi oder Bus
Die Verkehrsanbindung in Moskau übertrifft die Erwartungen bei Weitem. Das U-Bahn-Netz ist so weitläufig und dicht, dass man das Gefühl hat, fast überallhin fahren zu können. Je nach Aufenthaltsdauer müsst ihr entscheiden, ob sich eine Zeitkarte oder Einzeltickets lohnen. Wenn ihr aber mehr als drei Orte besuchen wollt, empfehle ich definitiv eine Zeitkarte.
Die Rolltreppen in der U-Bahn sind wirklich extrem schnell, da muss man anfangs ein bisschen aufpassen. Beim zweiten Mal hat man sich aber schon daran gewöhnt, und ab dem dritten Mal erwischt man sich dabei, wie man sogar noch hinunterlaufen will.
Die U-Bahnen selbst sind sehr schnell und haben, ähnlich wie früher in Seoul, Fenster, die meistens offen stehen. Wer empfindlich auf schlechte Luft reagiert, könnte sich daran stören. Da es aber sonst absolut niemanden kümmert, kann man auch schlecht etwas sagen.
Schwarzfahren ist natürlich weder in Korea noch in Russland eine gute Idee. Aber während in Korea die Drehkreuze oft unbewacht sind, stehen in Moskau immer ein oder zwei Aufpasser daneben. Der Trick, zu zweit mit nur einem Ticket durchzugehen, fliegt sofort auf. Ich habe live gesehen, wie jemand erwischt, sofort gestoppt und zum Ticketkauf geschickt wurde. Die Moskauer lächeln zwar nicht und schauen oft grimmig drein, aber sie schlagen einen nicht.
2. Ohne Russischkenntnisse ist „Mu-Mu“ nicht zu empfehlen
In Moskau gibt es viele leckere Restaurants, die im Vergleich zu Seoul relativ günstig sind. Die Preise hängen stark vom Wechselkurs ab und können sich jederzeit ändern, aber der Geschmack ist garantiert. Unter diesen guten Lokalen würde ich jedoch von Buffet-Restaurants abraten. Grundsätzlich ist der Servicegedanke in Russland nicht so ausgeprägt wie in Korea. Wenn man dann ohne Russischkenntnisse in einem Buffet-Restaurant in der Schlange steht, verursacht man schnell einen massiven Stau, was alle anderen Gäste nervt. Sobald man das merkt, wird das Essen zu einer ziemlich deprimierenden Angelegenheit.
Statt Buffet empfehle ich eher Teremok oder, wenn das Budget etwas lockerer sitzt, Jolki-Palki. Falls es doch ein Buffet sein soll, ist das Café der Karawajew-Brüder eine gute Wahl, da man sich dort das Essen in Ruhe ansehen kann, bevor man aufgerufen wird.
3. Die Unterkunft sollte möglichst nah an einer U-Bahn-Station sein
Das knüpft direkt an Punkt 1 an. Hotels in der Nähe von U-Bahn-Stationen sind ziemlich teuer. Besonders die Hotels rund um den Kreml, mit direktem Blick darauf, waren für mich absolut unerschwinglich. Wenn man es günstig mag, aber keine Lust auf ein billiges, schäbiges Zimmer hat, empfehle ich die Gegend um Ismailowo. Es liegt nah an der Station Partisanskaja und die Preise sind wirklich in Ordnung. Man muss allerdings bedenken, dass man etwas länger (etwa 20 Minuten) mit der U-Bahn fahren muss, um zu den Hauptsehenswürdigkeiten zu gelangen.
4. Vergesst Englisch
Es ist extrem schwer, in Moskau jemanden zu finden, der Englisch spricht. Man sollte meinen, dass man an Orten mit vielen Touristen gut mit Englisch durchkommt, aber auch dort ist es völliges Ödland. Dafür gibt es erstaunlich viele Leute, die Chinesisch sprechen, weshalb chinesische Touristen es hier oft leichter haben. Ich vermute mal, das liegt daran, dass während des Kommunismus im Kalten Krieg mit den USA kein Englisch unterrichtet wurde. Wie auch immer: Stellt euch darauf ein, möglichst kreativ mit Händen und Füßen zu kommunizieren. Wenn ihr länger als eine Woche bleibt, solltet ihr so schnell wie möglich das kyrillische Alphabet lernen, damit ihr zumindest die Namen der U-Bahn-Stationen und Geschäfte lesen könnt.
5. Nach St. Petersburg am besten mit dem Zug
Es gibt zwar auch Flüge und Busse, aber das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet der Zug. Besonders wenn man den Nachtzug nimmt und früh am Morgen ankommt, spart man sich eine Übernachtung. Wenn euch die Vorstellung einer langen Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn zu unheimlich oder körperlich zu anstrengend ist, ist diese Strecke perfekt, um mal auf den Geschmack zu kommen. Gerade für Paare ist das die ideale Strecke, um für eine überschaubare Zeit gemeinsam ein kleines Abenteuer (oder ein bisschen Strapazen) zu durchstehen – probiert es unbedingt aus!
6. Im Terminal E des Flughafens Scheremetjewo kann man im Liegen schlafen
Das ist eine Info, die sich mit der Zeit sehr wahrscheinlich ändern wird, aber Stand 2016 gibt es am Flughafen Scheremetjewo tatsächlich Platz, um sich hinzulegen und zu schlafen. Und zwar im Bereich E. Außerdem steht das WLAN-Passwort einer der VIP-Lounges direkt vorne auf dem Tresen. Wenn man mit der Handykamera heranzoomt und ein Foto macht, kann man es gut lesen. Mit diesem Passwort kann man sich dann von außerhalb der Lounge ins WLAN einloggen... ;;; Ich verrate lieber nicht, welche Lounge das ist, sonst bekomme ich am Ende noch Ärger.