Yongmeori-Küste auf Jeju: Fotoparadies nach der Parkhölle
Die Yongmeori-Küste (auf der Insel Jeju) öffnet nicht, sobald die Wellen auch nur ein bisschen zu stark sind oder der Wind weht. Aber zum Glück war das Wetter heute gut und sie war geöffnet. Ich bin schnell mit dem Auto hingefahren, musste mich dann aber der Mission stellen, im reinsten Auto-Chaos einen Parkplatz zu finden – was grausamer war als Wind und Wellen.
Wenn die Yongmeori-Küste hier die einzige Sehenswürdigkeit wäre, ginge es vielleicht, aber direkt davor liegt auch der Berg Sanbangsan, weshalb es die Leute in Scharen anzieht. Bei so vielen Besuchern ist es kein Wunder, dass es viele Autos gibt; der große Parkplatz war komplett voll und auch am Straßenrand reihten sich die Wagen aneinander. Zum Glück sah ich nach etwa vier Runden ein Auto direkt vor mir herausfahren und konnte schnell einparken, aber für ungeübte Autofahrer ist das hier die absolute Hölle.






Nachdem ich mein Ticket gekauft hatte und hineingegangen war, stand da plötzlich ein Schiff. Die Yongmeori-Küste ist der Ort, an dem Hamel (ein niederländischer Seefahrer) an Land gespült wurde, weshalb es hier eine entsprechende Ausstellung gibt. Ich habe Hamels Aufzeichnungen zwar nie gelesen, aber da ich seinen Namen für die Suneung (koreanische Uni-Aufnahmeprüfung) auswendig gelernt hatte, dachte ich nur gerührt "Wow! Hamel!!" und lief im Handumdrehen weiter.





Die Yongmeori-Küste ist ein Küstenabschnitt, an dem sich beeindruckende Sedimentschichten aneinanderreihen. Überall spazieren Leute umher und machen einfach vor irgendwelchen faszinierenden Steinen Fotos. Man muss hier zwar eigentlich nur laufen, aber der Boden ist rutschig und es gibt keinerlei Sicherheitsvorkehrungen zum Meer hin, weshalb man wirklich aufpassen muss.













Das Wetter muss mitspielen, es darf nicht windig sein, die Zeit muss stimmen und man braucht einen Parkplatz – die Yongmeori-Küste ist ein Ort, den man nur besuchen kann, wenn wirklich viele Bedingungen erfüllt sind. Selbst wenn man unzählige Fotos aneinanderreiht, lässt sich das Gefühl vor Ort überhaupt nicht vermitteln. Die Erhabenheit, das klare Meer, die bizarren Felsen – es ist ein Ort, an dem man nichts verpassen möchte, und man merkt sofort, dass es viel besser ist, alles mit den eigenen Augen aufzusaugen, als nur Fotos zu machen.
Es heißt, es sei schön, sich die Küste zusammen mit dem Berg Sanbangsan anzusehen. Da die meisten aber sagen, dass der Sanbangsan von unten betrachtet am beeindruckendsten ist, denke ich, dass ein Spaziergang nur an der Yongmeori-Küste völlig ausreicht – besonders für Leute mit schlechten Knien, die anstrengende Wanderungen vermeiden wollen.