Hoi An Roastery: Ein Café in den Gassen von Hoi An
Nach einem kurzen Fußmarsch vom Morning Glory erreichten wir die Hoi An Roastery. Natürlich haben wir auch diesen Ort auf die dringende Empfehlung meiner Freundin hin besucht, die im Vorfeld fast jeden Reiseblog gelesen hatte.
Während ich über Hoi An schreibe, grüble ich ständig über die Schreibweise nach. Da das Restaurant „Morning Glory“ heißt, frage ich mich, ob ich es zusammen oder getrennt schreiben soll, und bei „Hoi An“ geht es mir ähnlich. Ich bin mir nicht sicher, was richtig ist, aber es fühlt sich jedes Mal beim Tippen irgendwie seltsam an.
Aber ich schweife ab. Jedenfalls musste ich mich in einem Café ausruhen, um meine weit entflohene Seele wieder einzufangen.


Der große Vorteil dieses Ladens ist, dass man die Touristen aus der Perspektive der Einheimischen beobachten kann. Wenn man gedankenverloren an einem der Tische draußen sitzt, sieht man alle möglichen Reisenden, die sich suchend umblicken. Wenn ich da so sitze und den Vorbeigehenden zusehe, als wollte ich sagen: „Ich bin nicht wie ihr“, fühle ich mich wirklich wie jemand, der hier in der Nachbarschaft lebt. Und wenn man so wie ein Einheimischer dasitzt, versammeln sich langsam die Straßenhunde. Es gibt keine großen Hunde, es sind alles kleine Kerle. Sie haben überhaupt keine Scheu vor Menschen; wenn man sich ausruht, legen sie sich einfach zu den eigenen Füßen. Sie versuchen nicht einmal, süß zu betteln, sondern drehen einem einfach den Hintern zu, als wollten sie sagen: „Hey, lass uns den Platz hier teilen.“
Der Kaffee ist sehr süß. Er ist so süß, dass man sofort hellwach wird – genau das Richtige für mein erschöpftes Ich. Man sagt, Vietnam sei der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt, und vielleicht schmeckt der Kaffee deshalb im Allgemeinen so gut. Aber verlasst euch nicht zu sehr auf mein Urteil. Ich behaupte eigentlich bei fast jedem Kaffee, dass er gut schmeckt.

