Reise nach Da Nang: Ankunft in Hoi An
Ich habe beschlossen, mit einem Freund nach Da Nang zu reisen. Er hatte noch reichlich Urlaub übrig, und ich hatte durch einen Jobwechsel gerade etwas freie Zeit. Ich hatte schon befürchtet, dass ich am Ende wieder ganz alleine losziehen müsste, wie damals in Kota Kinabalu, aber dieses Mal fliegen wir tatsächlich zu zweit. Wie lange es wohl her ist, dass ich mit einer Begleitung in ein Flugzeug gestiegen bin...
Im Gegensatz zu mir, der sich auf Reisen kaum vorbereitet, hat mein Freund schon alles über Hotels, Essen und Aktivitäten gelesen und recherchiert – da wird mir schon wieder ganz anders. Meistens finde ich niemanden, der genau meinen Reisestil teilt, aber er ist nicht mal irgendwo in der Mitte, sondern das absolute Gegenteil von mir. Auch wenn wir so unterschiedlich sind, bin ich eigentlich sehr dankbar, wenn er alles sucht, vergleicht und entscheidet. Allerdings ist er so unentschlossen, dass er über einen Monat braucht, um endlich auf den "Buchen"-Button für das Hotel zu klicken. Ich bin da eher der Typ, der erst klickt und dann nachdenkt. Normalerweise würden bei so einer Konstellation Sorgen und Bedenken überwiegen, aber da wir schon seit unserer Kindheit befreundet sind, dachte ich mir einfach "Das wird schon irgendwie" und machte mich voller Vorfreude auf den Weg nach Da Nang.


Wie man am Datum sieht, ist es fast die letzte Novemberwoche. Wahrscheinlich sind deshalb alle, uns eingeschlossen, dick in Mäntel und lange Ärmel eingepackt, als sie den Flughafen betreten. Und genau so steigen sie auch ins Flugzeug. In diesem Moment wird mir klar, wie unheimlich die Macht der Gewohnheit ist. Im Flugzeug entbrennt dann ein unsichtbarer Nervenkrieg zwischen denen, denen zu heiß ist, und denen, denen die Klimaanlage zu stark zieht. Im Lächeln der Flugbegleiter, die das alles abfangen müssen, spiegelt sich unendliche Erschöpfung wider. Als ich so auf meinem Platz sitze und über die Situation nachdenke, fällt mir auf, dass auch ich bisher viel zu sehr aus reiner Gewohnheit gelebt habe.

Nachdem wir das Flugzeug verlassen haben, das für die einen zu warm und für die anderen zu kalt war, empfängt uns am Flughafen eine wohlige Wärme. Ich hatte etwas in der Art der Flughäfen von Bali oder Cebu erwartet und war wirklich überrascht, wie sauber und groß er ist. Dass der Flughafen der drittgrößten Stadt – noch dazu einer reinen Touristenstadt, nicht der Hauptstadt – so gut ausgestattet ist, erlebe ich in Südostasien zum ersten Mal. Was Design und Einrichtungen angeht, ist er besser als manch kleiner Flughafen in Europa. Ich hatte mir Da Nang immer als ruhige, ländliche Stadt vorgestellt, aber kaum am Flughafen angekommen, wurde mir klar, dass ich mich da gewaltig geirrt hatte.

Wir haben am Flughafen Geld gewechselt (der Wechselkurs war schlecht, genau wie in vielen Blogs beschrieben) und die SIM-Karten getauscht (die Preise steigen jedes Jahr, aktuell sind es $8 für 7 Tage). Danach fuhren wir mit dem Wagen, den unser gebuchtes Homestay in Hoi An zur Verfügung gestellt hatte, etwa 20 Minuten bis nach Hoi An. Selbst bei diesem Vorgang haben wir an unterschiedlichen Orten aufeinander gewartet und so gut 30 Minuten vergeudet. Es lief zwar alles ruhig ab, aber eigentlich ist unsere Reise jetzt schon ziemlich chaotisch. Dennoch bin ich innerlich viel entspannter als bei meinen Solo-Trips.
