Die rosafarbene Kathedrale von Da Nang
Nach einem wirklich guten Mittagessen, als ich gerade ein wenig schläfrig wurde, machte ich mich auf den Weg zur Kathedrale von Da Nang. Als Katholik, der seine Religion so nachlässig praktiziert, dass ich mich nicht einmal daran erinnern kann, wann ich das letzte Mal in der Kirche war, ist es fast schon peinlich. Aber da sie nun mal ein Wahrzeichen der Gegend ist, hat mich mein winziger Rest an schlechtem Gewissen doch zu einem Besuch bewogen.
Genau wie die Pinke Moschee, die ich in Kota Kinabalu gesehen habe, hat auch die Kathedrale von Da Nang rosafarbene Außenwände. Ich weiß nicht genau, ob es dafür einen besonderen Grund gibt, aber als ich davor stand, fand ich es faszinierend, dass die Farbe der Pinken Moschee so ähnlich war. Der anfangs klare Himmel verdunkelte sich plötzlich und es fing an zu regnen. Im Regen schien die Farbe des Gebäudes noch intensiver zu leuchten. In Vietnam, das von buddhistischen Ländern umgeben ist und in dem die religionsfeindliche Kommunistische Partei die wichtigste politische Kraft darstellt, ist es schon eine Leistung, dass die Kathedrale nicht zerstört wurde und bis heute erhalten geblieben ist. Für mich als Tourist war es natürlich viel wichtiger, wie ich die schönsten Fotos hinbekomme.









Anders als bei europäischen Kathedralen kann man hier nicht einfach so ins Innere spazieren, aber für ein kurzes Gebet scheint der Zutritt gestattet zu sein. Vielleicht ist man hier vorsichtiger, weil der Katholizismus nicht die Hauptreligion ist, oder man möchte die Gläubigen vor den hektischen und lauten Touristenmassen schützen. Wie dem auch sei, es scheint ohnehin besser zu sein, sich das Gebäude in Ruhe von außen anzusehen, anstatt einfach hineinzustürmen.
Im Gegensatz zu Europa, wo an jeder Ecke eine Kirche steht, ist dies eine ganz besondere Kathedrale, die als Wahrzeichen der Region dient, obwohl sie keine vorherrschende Religion repräsentiert. Wenn man genau hinhört, klingen die Gebete – auch wenn sie auf Vietnamesisch sind – recht vertraut. Auch wie sich die Leute in kleinen Gruppen zum Gottesdienst versammeln und danach schnell wieder verschwinden, erinnerte mich sehr an unsere Kirchen in Korea. Hach... wo ich gerade darüber nachdenke, ich sollte wirklich mal wieder in die Kirche gehen.