Songkran in Bangkok: Chaos auf der Khaosan Road
Nachdem wir den ganzen Tag fröhlich im Wasser gespielt hatten, war ich körperlich so erschöpft, dass wir uns eine ganze Weile in der Mall ausruhten. Als wir wieder nach draußen kamen, schien sich auch die Sonne ausruhen zu wollen und tauchte den Himmel in ein sanftes Abendrot. Da wir den Tag über am Siam Square verbracht hatten, beschlossen wir, abends zur Khaosan Road zu fahren, und nahmen uns ein Tuk-Tuk. Während der Fahrt spritzten wir aus dem Tuk-Tuk heraus mit Wasser, und von draußen wurden wir ebenfalls nass gespritzt. Es fühlte sich wirklich an, als wäre man in einem Freizeitpark.
Als wir nach der Fahrt mit dem Tuk-Tuk – das selbst für Einheimische extrem teuer war – auf der Khaosan Road ankamen, herrschte das pure Chaos. Schon bei meinem letzten Besuch war es wegen der vielen Straßenhändler und Touristen verrückt, aber heute war es selbst ohne die Händler völlig außer Kontrolle. Als wir ein Stück in die Straße hineingelaufen waren, wurden die Menschenmassen immer dichter zusammengequetscht, und durch die Körperwärme der vielen Leute wurde es unerträglich heiß. Obwohl Bangkok eigentlich angenehm kühl war, weil unabhängig vom Wetter ununterbrochen Wasser versprüht wurde, fingen wir an zu schwitzen. Es kam sogar der Punkt, an dem es sich anfühlte, als würde der Sauerstoff knapp. Dass man ständig angerempelt wurde, ließ sich nicht mehr vermeiden, und wenn man etwas fallen gelassen hätte, wäre es für immer weg gewesen. Die angrenzenden Hotels ließen nur ihre eigenen Gäste hinein, was die Situation noch gefährlicher machte. Aus Angst, dass es gleich zu einer Panik kommen könnte, kletterte ich über eine Barrikade, rief meine Freunde zu mir und wir flüchteten in den erstbesten Laden, wo wir einfach irgendetwas bestellten. Zum Glück war es ein klimatisiertes Café – genau das, was wir in diesem Moment brauchten.

Ich rate dringend davon ab, Kinder dorthin mitzunehmen, und man sollte diesen Ort absolut meiden, bevor die Polizei eingreift. Wenn man dort in der Menge ohnmächtig wird oder im schlimmsten Fall sogar Schlimmeres passiert... puh, daran möchte ich gar nicht denken. Nachdem die Polizei die Kontrolle übernommen hatte, konnte man wieder einigermaßen laufen. Aber anstatt wie am Siam Square fröhlich mit Wasser zu spritzen, schleppten sich die meisten nur noch erschöpft durch die Straße.


Mit Müh und Not ergatterten wir schließlich ein Taxi, fuhren rüber ins Silom-Viertel und ließen den Tag bei einem kühlen Bier ausklingen. Auch in Silom wimmelte es nur so von Menschen, sodass es gar nicht so leicht war, einen Platz zu finden. Mit etwas Glück bekamen wir aber noch einen Tisch und verbrachten die Zeit mit Essen und Trinken. Dass trotz der steigenden Hotel- und Flugpreise in dieser Zeit so viele Menschen hierherkommen, liegt wohl einfach daran, dass es unfassbar viel Spaß macht. Wenn man das Festival mit all den Leuten genießt, den ganzen Tag Fremde nass spritzt und selbst nass gemacht wird, hat man unweigerlich den ganzen Tag ein Lächeln im Gesicht. Ich für meinen Teil finde Songkran jedenfalls großartig. Zumindest dann, wenn die Polizei für etwas Ordnung sorgt.
