Spontaner Trip nach Gangneung: Surfen & Meer
Mir fiel die Decke auf den Kopf, also bin ich spontan zu einem Freund nach Gangneung (an der Ostküste) gefahren. Auf dem Weg über den Yangyang-Expressway habe ich an der Raststätte Naerincheon angehalten. Die Wolken zogen auf und boten einen wirklich spektakulären Anblick. Es ist die schönste Raststätte, an der ich je war. Normalbenzin ist in Hongcheon günstig, aber die Aussicht in Naerincheon ist unschlagbar. Die ideale Route auf dem Yangyang-Expressway ist also: in Hongcheon tanken und in Naerincheon essen. Da ich schon mal da war, habe ich zu Abend gegessen, mich kurz umgesehen und bin dann weitergefahren.

Am ersten Tag bin ich angekommen, wir haben bei einer Tasse Kaffee geplaudert und dann bin ich zurück in meine Unterkunft. Den zweiten Tag habe ich in einem Café verbracht, aufs Meer geschaut, im Internet gesurft und einfach Löcher in die Luft gestarrt. Es hat den ganzen Tag immer wieder geregnet.
Es gibt landesweit viele Starbucks-Filialen und ich war schon in einigen, aber sie haben wirklich ein Händchen für fantastische Aussichten. Der Starbucks am Gangmun-Strand in Gangneung hat meiner Meinung nach den schönsten Ausblick im ganzen Land. Natürlich werde ich beim nächsten Ort wahrscheinlich wieder behaupten, dass er der schönste ist, meine Glaubwürdigkeit geht also gegen null, aber ich empfehle trotzdem, mal vorbeizuschauen.

Als das Wetter etwas aufklarte, bin ich am späten Nachmittag surfen gegangen. Ich hatte alles vergessen, dachte mir aber naiverweise "Ich krieg das schon hin" und habe mir einfach nur ein Board geliehen. Ich habe es bei Poipu Surf am Sacheonjin-Strand gemietet. Die Leihgebühr betrug 30.000 KRW – das scheint wohl der landesweite Einheitspreis zu sein. Die Anlage war ganz gut und obwohl ich alleine war, hat man sich gut um mich gekümmert. Es gibt auch einen Bereich für kleine Snacks, ich werde also bestimmt wiederkommen.
Das Problem war allerdings das Meer. Wenn man in Bali oder Sydney surft, kommen die Wellen in schönen, gleichmäßigen Linien – man muss nur warten und sie reiten. Aber hier wird man sofort weit abgetrieben, wenn man auch nur kurz aufhört zu paddeln, und die Wellen brechen überall kreuz und quer. Anstatt aufzustehen, bin ich also eine Stunde lang nur den Wellen hinterhergepaddelt und habe dann völlig erschöpft aufgegeben. Ich war so kurz im Wasser, dass die Mitarbeiter meinten, ich solle wenigstens noch etwas paddeln gehen, damit das Geld nicht umsonst war. Aber auch das war Sport, und der Hotdog, den ich danach gegessen habe, hat himmlisch geschmeckt.


Dass ich wieder dorthin möchte, ist klar, aber ob ich noch mal surfen werde, ist fraglich. Die Wellen sind einfach zu schwierig...