Wat Tham Suea in Kanchanaburi: Tempel der Treppen
Wat Tham Suea
Nach einem guten Mittagessen (jedenfalls für die anderen...) sind wir zum "Wat Tham Suea" gekommen, den die Jungs "Tiger Temple" nennen. Wenn man googelt, ist "Tigerhöhlentempel" eigentlich treffender. Es gibt zwar Tempel mit echten Tigern, aber hier gibt es keine – nur eine Höhle, in der früher Tiger gelebt haben sollen. Vielleicht weil es ein Tiger-Lebensraum war, liegt der gesamte Tempel auf einem Berggipfel. Dass es sich eher nach einem Workout als nach Sightseeing anfühlt, ist hoffentlich nur Einbildung...













Wat Tham Khao Noi

Das linke Gebäude sah ziemlich ungewöhnlich aus und man konnte hineingehen, also habe ich mal reingeschaut. Es heißt Wat Tham Khao Noi. Das blaue Gebäude im chinesischen Stil direkt gegenüber ist übrigens das Wat Tham Suea. Als ich hier war, dachte ich natürlich, das ganze Areal wäre Wat Tham Suea, und kam gar nicht auf die Idee, dort hineinzugehen. Um meine Dummheit noch zu toppen: Ich habe das berühmte Highlight des Wat Tham Suea – das Auf- und Absteigen der rund 1.200 Stufen – direkt vor meinen Augen aufgegeben, weil ich dachte: "Da würde ich viel zu sehr schwitzen". An diesem Punkt könnte man mich wohl als "den dummen Touristen, der das Wichtigste verpasst" bezeichnen.
Ehrlich gesagt... auch wenn ich jetzt so tue, als würde ich es bereuen: Ich bin schon beim Treppensteigen im Wat Tham Khao Noi völlig außer Atem geraten, ganz ohne 1.200 Stufen. Wenn man immer weiter hinaufsteigt, hat man das Gefühl, die steilen Treppen nehmen gar kein Ende. Während ich mich ausruhte und überlegte, ob ich weitergehen soll oder nicht, sah ich jemanden, der diese endlos scheinenden Treppen putzte. Da dachte ich mir, ich sollte einfach die Klappe halten und leise weitergehen. Mit meiner miesen Kondition 1.200 Stufen? Ich wäre wohl auf halber Strecke in einem thailändischen Krankenwagen gelandet.






Diesen Anblick hat man nur, wenn man bis zur Spitze des Wat Tham Khao Noi hinaufsteigt. Auf dem Weg nach oben gibt es zwar Relikte, aber solche Kunstwerke will man sich nur bei klarem Verstand ansehen. Wenn man kurz davor ist, auf allen Vieren die Treppen hochzukriechen, hat man dafür keinen Blick. Auch die goldene Statue, die wie ein Kulturgut aussieht, ist wohl nur für Buddhisten wichtig – ich wollte eigentlich nur schnell wieder runter und ein Glas Wasser trinken. Aber von dieser Aussicht kann man die Augen einfach nicht abwenden. Man ist so fasziniert, dass man denkt: "Für diesen einen Anblick nimmt man die ganzen Strapazen auf sich." Aus der Nähe ist es mir nicht aufgefallen, aber der Buddha steht an einem Ort, von dem aus er die Menschen bis in die Ferne überblicken kann. Die Landschaft allein sieht fast aus wie auf dem Land in Korea, aber nur durch diesen riesigen Buddha, der über alles wacht, bekommt es dieses ganz eigene thailändische Flair.



Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder hierher komme, aber falls doch, werde ich definitiv die 1.200 Stufen ausprobieren. (Da ich eh kein zweites Mal komme, kann ich das ja ganz selbstbewusst behaupten.)