Island Prime & C Level Lounge: Meerblick in San Diego
Als wir nach einer Runde durch Torrey Pines wieder am Auto ankamen, hatte die Frau meines Freundes bereits einen Tisch für das Abendessen reserviert. Also schnappten wir uns direkt die Kinder und fuhren hin. Es soll ein Fischrestaurant sein, in dem man wunderbar mit Blick aufs Meer essen kann. Wenn die Aussicht gut ist, wird es bestimmt teuer... Ein einfacher Burger hätte mir auch gereicht, das ist mir fast ein bisschen unangenehm.
Mein Freund wollte auf dem Weg noch tanken, aber nicht einfach an der erstbesten Tankstelle, sondern er suchte gezielt nach einer ARCO-Tankstelle. Normalerweise tankt er bei Costco, aber da über die Feiertage geschlossen war, steuerte er ARCO als die nächstgünstigere Option an. Da es bei Costco in Südkorea keine Tankstellen gibt, war das neu für mich, aber in den USA scheinen viele Leute dort zu tanken. Wenn der Sprit so günstig ist, hat man die Jahresgebühr sicher schnell wieder drin. Im Vergleich zu den USA wirkt das koreanische Costco fast ein wenig unvollständig.
Das Besondere an der ARCO-Tankstelle ist, dass man nur mit Bargeld und nicht mit Kreditkarte zahlen kann. Man tankt nicht erst und bezahlt dann, sondern kauft das Benzin vorab bar (meistens im dazugehörigen Convenience Store) und geht dann zurück zur Zapfsäule, um zu tanken. Für Reisende stelle ich mir das etwas umständlich vor.
Für mich sah dieses Hin und Her nur fürs Tanken ziemlich nervig und kompliziert aus, aber mein Freund nimmt das ganz bewusst in Kauf. Ich dachte eigentlich, wenn man in den USA lebt, muss man weniger knauserig sein als in Korea, aber hier scheint es fast noch extremer zu sein.

Nach dem Tanken kamen wir an der C Level Lounge an. Es scheinen eigentlich zwei Restaurants zu sein – Island Prime und C Level Lounge –, aber sie teilen sich die Räumlichkeiten und haben ein gemeinsames Schild, was etwas verwirrend ist. Man kann es wohl einfach als ein einziges Restaurant betrachten.
In den meisten Restaurants in San Diego (und vermutlich in den meisten Teilen der USA) gibt es eine Happy Hour. Deshalb geht die Familie meines Freundes schon gegen 17 Uhr zum Abendessen, um die gesamte Bestellung noch während der Happy Hour aufzugeben. In Korea, wo man viel Wert auf feste Essenszeiten legt, sieht man so eine Happy Hour eher selten, aber hier ist das völlig normal.
Ein Blick auf die Speisekarte machte mir auch schnell klar, warum. Der Preisunterschied zwischen Happy Hour und regulärer Zeit ist so groß, dass man locker zwei Gerichte mehr bestellen könnte. Genau wie beim Barbecue gestern Abend empfinde ich die Restaurantpreise hier als ziemlich happig. Dazu kommen noch 10 % kalifornische Staatssteuer und ein durchschnittliches Trinkgeld zwischen 18 und 30 %, was das Ganze noch teurer macht. Schon die reinen Menüpreise wirken höher als in Korea, und mit Steuern und Trinkgeld obendrauf lohnt es sich definitiv, die Happy Hour konsequent zu nutzen.

Das Essen hier besteht hauptsächlich aus Frittiertem. Da auch ein Steakhouse integriert ist, essen viele Leute Steak. Geschmacklich ist es ganz in Ordnung. Da es frittiert ist, war es weder überragend lecker noch schlecht, sondern einfach passabel. Wirklich überrascht hat mich hingegen das Bier, das in einer Brauerei in der Nähe von San Diego gebraut wurde – es war faszinierend und einzigartig. Es war ein IPA, bei dem saure und erfrischende Noten im Vordergrund standen.







Wie bei einem Restaurant zu erwarten, bei dem man eher für die Aussicht als für das Essen zahlt, ist die Kulisse fantastisch. Wenn man am Fenster sitzt, kann man beim Essen die gemütlich vorbeiziehenden Yachten beobachten. Später am Abend ist es der perfekte Ort, um bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang zu genießen. Es ist eine tolle Location für Paare, um eine romantische Zeit zu verbringen. Es gab zwar auch ein paar Tische mit Familienfeiern, aber ich würde es vor allem Paaren empfehlen.
Besonders der Sonnenuntergang ist wunderschön. Nicht nur der Sonnenuntergang selbst ist beeindruckend, sondern auch die Skyline von Downtown San Diego, die das Abendlicht reflektiert. Man hat nicht nur eine einzige Blickrichtung, sondern kann die Aussicht in verschiedene Richtungen genießen. Da sich das Panorama mit der Zeit ständig verändert, kann man hier gut und gerne drei Stunden sitzen, essen, trinken und sich völlig vom Charme des Hafens von San Diego verzaubern lassen.





Nur wegen des Essens würde ich es nicht zwingend als Muss bezeichnen, aber wenn man in San Diego ist und einen besonderen Abend verbringen möchte, kann ich einen Besuch sehr empfehlen. Am besten reserviert man im Voraus, um einen Platz am Fenster zu bekommen. Wem eine telefonische Reservierung zu anstrengend ist, der kann auch ganz bequem über Google reservieren.