Biyangdo (Jeju): Leichter Spaziergang für Senioren
Ein Bekannter kam mit seiner Mutter zu Besuch nach Jeju. Da ich ihm ohnehin mein Auto leihen wollte, trafen wir uns, um gemeinsam Biyangdo (eine kleine Insel vor Jeju) zu erkunden. Ich war vor etwa acht Jahren schon einmal auf Biyangdo und erinnerte mich, dass die Insel klein und ideal für einen leichten Spaziergang ist – also perfekt für einen Ausflug mit älteren Herrschaften. Ich hatte mir ohnehin vorgenommen, meine eigene Mutter dorthin mitzunehmen, wenn sie mich besucht, und so konnte ich die Strecke schon einmal vorab testen.
Auch wenn sie direkt vor der Küste von Jeju liegt, ist es immer noch eine Insel, die man mit der Fähre erreichen muss. Man muss sich gut nach den Abfahrtszeiten richten, sonst strandet man am Ende noch dort.



Wir kauften unsere Tickets und gingen an Bord. Überraschenderweise war das Schiff ziemlich voll. Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute trotz Corona nach Jeju reisen. Biyangdo war eigentlich nie besonders bekannt, aber anscheinend war die Insel in irgendeiner Fernsehsendung zu sehen, denn mir fielen viele Leute mit Rucksäcken auf. Es scheint, als sei Biyangdo mittlerweile zu einem beliebten Touristenziel geworden.


Die Leute strömten von Bord und liefen alle in dieselbe Richtung. Man kann zwar auf den Biyangbong (den Gipfel der Insel) steigen, aber ich erinnerte mich, dass der Weg dorthin früher voller Ziegenmist war. Deshalb schlug ich vor, stattdessen einmal an der Küste entlang um die Insel zu spazieren. Genau wie auf Jeju ist die Küste hier überall von schwarzen Vulkansteinen gesäumt. Da wir bis zur Rückfahrt der Fähre reichlich Zeit hatten, konnten wir ganz gemütlich am Meer entlang schlendern.








Obwohl wir uns Zeit ließen, hatten wir am Ende noch Zeit übrig und aßen im Hodori-Restaurant zu Mittag. Eigentlich würde ich empfehlen, erst die Fähre zurückzunehmen und dann bei Hallim Kalguksu eine Portion Bomal Kalguksu (Nudelsuppe mit Meeresschnecken) zu essen, aber leider hat das Restaurant sonntags geschlossen. Generell gibt es in Hallim (der Hafenstadt auf Jeju) mehr gute Restaurants als auf Biyangdo, daher lohnt es sich meistens, den Hunger noch etwas aufzusparen und erst dort zu essen.



Als wir mit der Fähre wieder am Hafen von Hallim ankamen, hatte ich Lust, noch ein wenig durch das ruhige Hafendorf zu spazieren. Auch wenn Jeju wie eine kleine Insel wirkt, ist die Atmosphäre im Norden und Süden doch ziemlich unterschiedlich. Es ist auch eine schöne Idee, erst auf Biyangdo spazieren zu gehen und danach noch ein Stück auf dem Olle-Trail (einem bekannten Wanderweg) zu wandern, der direkt am Hafen von Hallim vorbeiführt.