Getty Villa in Los Angeles: Architektur und Aussicht statt Statuen
Nach einem ausgiebigen Frühstück in San Diego machten wir uns ganz entspannt auf den Weg nach LA. Da mein Freund in LA zu Besuch war, schlug er vor, die Getty Villa zu besuchen, die er schon immer mal sehen wollte. Also fuhren wir die über zwei Stunden dorthin. Zum Glück hatte er sich bereits um die Vorabreservierung und die Tickets gekümmert, sodass ich mich um nichts kümmern musste und einfach mitkommen konnte.

Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang stieg meine Laune. Der typisch kalifornische, strahlend blaue Himmel in Kombination mit den hohen Bäumen fühlte sich an wie ein schöner Spaziergang. Die Sonne schien herrlich, und allein das Laufen an der frischen Luft war belebend.
Als wir den Pavillon am Eingang erreichten, standen dort schon ziemlich viele Leute an, die ebenfalls früh gekommen waren. Drinnen lief gerade eine Ägypten-Ausstellung. Die Gesichtsformen von Menschen, die vor Jahrtausenden lebten, und echte Mumien aus so großer Nähe zu sehen, war anfangs unglaublich faszinierend und spannend. Auf dem Rundgang gab es auch einen interaktiven Bereich, in dem Kinder ägyptische Helme und traditionelle Kleidung anprobieren und Schattenspiele machen konnten – die Stimmung war dort richtig lebhaft. Dicht beschriebene antike Papyrusrollen und kunstvoll bemalte Sarkophage mit Gesichtern schaute ich mir die ersten paar Male noch mit großem Interesse an. Aber als immer mehr Artefakte im gleichen Stil folgten, stellte sich schnell eine gewisse Routine ein. Gegen Ende der Ausstellung ließen meine Begeisterung und Konzentration deutlich nach.
Gerade als mein Interesse an den Ausstellungsstücken schwand, traten wir nach draußen und die wahre Schönheit des Gebäudes offenbarte sich. Von oben blickt man über die Wälder hinweg auf den weiten, offenen Pazifik. In Korea findet man selten Kunstmuseen mit einem solchen Meerblick – eine wirklich beneidenswerte Lage.

Ein Stück weiter stößt man auf ein riesiges Freiluft-Amphitheater, das stark an das antike Rom oder Griechenland erinnert. Das rötliche Hauptgebäude des Museums, das sich dahinter erhebt, harmoniert wunderbar mit den terrassenförmigen Sitzreihen. Es war ein friedliches Bild, wie die Leute in kleinen Grüppchen auf den Steinstufen saßen, die Sonne genossen und sich ausruhten.

Wenn man vom Amphitheater nach oben schaut, fällt einem eine große Terrasse mit Sonnenschirmen auf. Dort gibt es ein Café. Meinem eigentlichen Plan nach hätte ich mir dort einen Kaffee bestellen, ein Buch lesen und in Ruhe die Umgebung auf mich wirken lassen sollen. Es ist der perfekte Ort, um die fantastische Aussicht auf die Architektur, das Sonnenlicht und das Wasser zu genießen.

Die Realität sah jedoch weniger entspannt aus. Als wir uns dem Café näherten, merkten wir schnell, dass es – wohl wegen des Wochenendes – völlig überlaufen war. Einen freien Platz zu finden, war wie ein Sechser im Lotto. Es war schon schwer genug, den Menschenmassen auszuweichen, um ein vernünftiges Landschaftsfoto zu machen. Also hakte ich den Café-Besuch kurzerhand ab und beschloss, mich voll und ganz auf die Architektur zu konzentrieren.

Wieder drinnen, schlenderte ich langsam umher und war aufs Neue von den raffinierten Details im Inneren des Gebäudes beeindruckt. Unter den prächtigen, klassischen Deckenverzierungen sah ich jemanden, der wie ein Guide aussah und den Besuchern leidenschaftlich etwas erklärte.

In einem Raum war die Mitte der Decke quadratisch offen, sodass der blaue Himmel wie ein gerahmtes Bild wirkte. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie reich der Öl-Magnat J. Paul Getty gewesen sein muss, um sich eine Privatresidenz von solch überwältigender Größe und Detailverliebtheit bauen zu lassen.

Normalerweise gilt das riesige Getty Center oben auf dem Berg als absolutes Muss für jeden LA-Trip, während die Getty Villa eher als Option für Leute mit viel Zeit angesehen wird. Wenn man aber die Größe der Ausstellungen außer Acht lässt und sich nur auf die Schönheit der Architektur konzentriert, würde ich sogar eher einen Besuch der Getty Villa empfehlen. Wer weniger an den Statuen und Kunstwerken im Museum interessiert ist, sondern lieber tolle Erinnerungsfotos vor der Kulisse antiker Architektur und dem Meer machen möchte, wird hier definitiv glücklich. Es war zwar schade, dass ich wegen der Menschenmassen nicht zum Lesen kam, aber es war trotzdem ein Tag, an dem es viel zu sehen gab.
Im Folgenden habe ich einfach die restlichen Fotos aus der Getty Villa aneinandergereiht. Ich würde sie ja gerne alle einzeln erklären, aber ich habe einiges vergessen und bin auch ein bisschen zu faul dafür. Es sind auch einige freizügige Bilder dabei, schaut also einfach genau hin.














































