Ijoeun Sikdang auf Jeju: Haarschwanzfisch in Jungmun
Am Valentinstag kam ein Freund nach Jeju und wir gingen zusammen Mittag essen. Da wir eine Unterkunft in Jungmun (einem beliebten Touristenort) gebucht hatten, eilten wir dorthin und machten uns direkt auf die Suche nach einem Restaurant. Ich überredete meinen Freund, dass wir unbedingt Makrele oder Haarschwanzfisch (Galchi) essen müssten, wenn wir schon auf Jeju sind, und so gingen wir ins Ijoeun Sikdang, das ich schon länger mal ausprobieren wollte.
Jungmun ist selbst für Jeju-Verhältnisse ein absoluter Touristen-Hotspot, daher gibt es hier viele gute Restaurants. Darunter sind einige für Haarschwanzfisch bekannte Lokale, und das Ijoeun Sikdang hat ziemlich gute Bewertungen. Mit der Erwartung, ob es seinem Ruf gerecht wird, bestellten wir das Haarschwanzfisch-Menü (Galchi Jeongsik).



Das Set-Menü besteht aus rohem (Galchi-hoe), geschmortem (Galchi-jorim) und gegrilltem Haarschwanzfisch (Galchi-gui). Der rohe Fisch wurde als Erstes serviert. Es ist das zweite Mal, dass ich auf Jeju rohen Haarschwanzfisch probiere. Beim ersten Mal war er trocken und zäh, aber hier ist er immerhin schön saftig. Den Geschmack kann ich ehrlich gesagt schwer beurteilen. Ich kenne mich mit rohem Fisch nicht so gut aus, aber besonders beim Haarschwanzfisch frage ich mich jedes Mal: "Warum kommt man extra nach Jeju, um das zu essen?"



Als der rohe Fisch fast aufgegessen war, kam die geschmorte Variante. Da ich noch fahren musste, fiel es mir wirklich schwer, dem starken Verlangen nach Soju (koreanischer Reisschnaps) zu widerstehen. Ich riss mich zusammen und aß den geschmorten Fisch mit Reis – und ab da zeigte das Restaurant sein wahres Können. Lokale, die dieses Gericht nicht gut zubereiten, machen es oft einfach nur scharf oder süß, aber hier ist der Umami-Geschmack, genau wie der Ruf besagt, hervorragend. Ich weiß nicht, ob es an Geschmacksverstärkern liegt, aber die Balance mit dem Reis ist perfekt. Es startete ein endloser Kreislauf aus Reis, Fisch und wieder Reis.


Fast zeitgleich mit dem geschmorten Fisch wurde auch der gegrillte serviert. Während das Schmorgericht durch die Würze und die Textur des Fisches besticht, schmeckt man beim gegrillten Haarschwanzfisch den puren Eigengeschmack. Manche Restaurants servieren den Fisch im Ganzen, aber hier bekommt man zwei große Stücke. Jeder schnappt sich eins. Meinem Geschmack nach ist der gegrillte Fisch definitiv der beste. Wenn er einem zu fad ist, dippt man ihn einfach leicht in die Wasabi-Sojasauce, die eigentlich für den rohen Fisch gedacht war – schön salzig, und ehe man sich versieht, ist eine Seite des Fisches schon verputzt.

Der Preis von 60.000 KRW ist zwar etwas happig, aber für ein Mal absolut in Ordnung. Man bekommt das Gefühl einer üppigen Mahlzeit, da man den Haarschwanzfisch in verschiedenen Variationen probieren kann. Der Fisch ist auch nicht vertrocknet oder billig mit kaum Fleisch dran, sondern schön dick – man merkt, dass hier gute Qualität gefangen wurde.
Ach, trotzdem ist es ein bisschen schade, dass wir tagsüber dort waren. Hätte ich das abends mit Soju gegessen, wäre dieser Blogbeitrag sicher nicht so nüchtern ausgefallen.