Jeju Osung in Seogwipo: Galchi-Fisch für die Familie
Ich habe überlegt, was ich einem Freund, der extra aus den USA angereist ist, spendieren könnte. Da wir auf Jeju sind, dachte ich an Makrelen-Sashimi oder Galchi (Haarschwanzfisch). Da die amerikanische Frau meines Freundes jedoch keinen rohen Fisch isst, fiel das Sashimi weg und ich entschied mich für gegrillten und geschmorten Galchi. Ich dachte kurz an das Lee Joeun Sikdang, wo ich schon mal war, aber die Atmosphäre war mir für Gäste nicht schick genug, also sind wir ins Jeju Osung gegangen.



Ich weiß nicht, ob der Besitzer Chinese ist, ob es sich an chinesische Touristen richtet oder ob es einfach ein cleveres Wortspiel mit dem Jeju-Dialekt für "Komm" ist, aber das Gebäude ist riesig – sie nutzen ein ganzes Haus. Man kann über die Tabling-App reservieren (wo nur gut laufende Restaurants gelistet sind). Wir mussten nach der Reservierung noch 30 Minuten warten, aber da es drinnen einen Spielplatz für Kinder und bequeme Sofas gibt, war das Warten sehr entspannt.


Bei der guten Ausstattung sind auch die Preise nicht ohne. Da ich aber meinen Freund, seine Frau und ihr Baby richtig verwöhnen wollte, bestellte ich das teuerste Menü. Die Kellnerin warnte uns noch: "Das ist eine riesige Portion!" Ich bedankte mich für ihre liebevolle Sorge, bestellte aber trotzdem das Solven-Menü.







Wahrscheinlich, weil wir so viel bestellt hatten, dauerte es eine ganze Weile, bis das Essen kam. Es ging mit den Beilagen los, und meine amerikanischen Freunde waren völlig fasziniert und fingen sofort an zu essen. Besonders das Japchae (Glasnudeln) hatte es ihnen angetan – ich musste sie fast bremsen, damit sie noch Platz für die teuren Hauptgerichte ließen, die ja erst noch kamen.

Bald darauf wurden zwei Gaskocher aufgestellt und ein knapp einen Meter langer geschmorter Meeresfrüchte-Eintopf (Haemuljjim) wurde serviert. Das war der größte, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Der Oktopus wurde natürlich für uns zerschnitten, und wenn man die Frühlingszwiebeln beiseiteschob, kam der geschmorte Galchi (Galchijorim) zum Vorschein. Eigentlich war die Portion so groß, dass das allein schon gereicht hätte. Oft leidet bei solchen Riesenportionen der Geschmack, aber hier erlebt man einen ganzen Meter puren Genuss.


Zum Schluss kam das heutige Highlight: der gegrillte Galchi (Galchigui). Nicht in kleinen Stücken, sondern als ganzer Fisch. Und kein kleiner, sondern ein richtiges Prachtexemplar, das in seinem Revier sicher der Boss war.

Die Kellnerin kam an den Tisch und lieferte eine einminütige Filetier-Show ab – ein echter Profi. So können auch Leute, die sonst wegen der Gräten keinen Fisch essen, ganz entspannt zugreifen. Wenn ich zu Hause Galchi-Stücke esse, teile ich sie mir immer sparsam ein, aber hier schaufelt man das Fischfleisch löffelweise wie Reis als Beilage in sich hinein. Der Reis wurde in Lotusblättern (Yeonipbap) gedämpft und hatte ein wunderbares Aroma. Wobei man das beim Essen des Fisches fast vergisst.


Wenn man einen Familienurlaub auf Jeju macht, besonders als große Gruppe mit kleinen Kindern und den Großeltern, kann ich dieses Restaurant sehr empfehlen. Es gibt einen Spielbereich für die Wartezeit und Gerichte, die auch älteren Herrschaften schmecken. Die Aromen sind nicht zu stark, sodass es jedem schmeckt. Es gibt viele Restaurants für ganzen Galchi, aber keines bietet so viel Platz wie das Jeju Osung, was es ideal für große Familienessen macht. Da es aber ein typisches Restaurant auf Jeju ist, schließt es vor 22 Uhr. Man sollte also großzügig planen und gegen 18 Uhr am Tisch sitzen, um in Ruhe essen zu können.