Nha Bep in Da Nang: Genialer Ananas-Bratreis
Uns bleiben nur noch zwei Tage Urlaub, heute und morgen. Ich wollte mich eigentlich noch weniger bewegen, aber mein Kumpel stürmt umso motivierter zum Frühstück. Was für ein Typ.
Spät am Morgen kam ich langsam zu mir, trank schnell etwas und ging dann voller Vorfreude zum Surfen an den Strand. Aber das Meer war über Nacht extrem wütend geworden. Als wir die Surfbrett-Verleiher fragten, was los sei, redeten sie auf Vietnamesisch auf uns ein und zeigten uns dann YouTube-Nachrichten über einen Taifun.
Genau. Ein Taifun war im Anmarsch.
Das wütende Meer vor uns war also nur der Vorbote des Taifuns. Dass wir so viel Pech haben könnten, hätten wir nicht gedacht. Schon bei Regen ist man im Urlaub deprimiert, aber wir stellten uns mutig einem Taifun. Wir haben uns sogar Surfbretter geliehen, um es in diesem Sturm zu versuchen. Wenn wir gestern mit den Wellen gespielt haben, fühlte es sich heute an, als hätten wir drei Runden gegen sie geboxt.

Nach diesem anstrengenden Vormittag waren wir nicht nur hungrig, sondern völlig ausgehungert. Unsere Körper waren erschöpft, als hätten wir keinen Wassersport, sondern einen Wasserkrieg hinter uns, und wir wollten einfach nur noch essen. Wie immer zur Essenszeit verwandelte sich mein Kumpel in einen Vietnam-Reiseführer und schleppte mich in unser fünftes Restaurant, das "Nha Bep", wo wir seiner Meinung nach unbedingt hinmussten.
Mittlerweile haben wir uns wohl eingewöhnt und konnten einen Maßstab für gute Restaurants in dieser Gegend festlegen: Wenn man ein Grab (Fahrdienst) ruft und der Fahrer ohne Nachfragen direkt losfährt, ist es ein richtig gutes Lokal. Auch beim "Nha Bep" wusste der Fahrer sofort Bescheid und fuhr direkt los.




Die Preise sind für ein lokales Restaurant ziemlich hoch. Trotzdem ist es günstiger als ein einfacher Imbiss in Korea, also haben wir völlig den Verstand verloren und wild bestellt. Von den Gerichten, die in Blogs empfohlen wurden, über Bratreis, weil wir Reis wollten, bis hin zur Pho (vietnamesische Nudelsuppe), die uns in Da Nang bisher am besten geschmeckt hat. Wir waren zu zweit und haben bestimmt vier oder fünf Gerichte bestellt. Nach der Bestellung kehrte die Vernunft langsam zurück. Als ich mich umsah, bemerkte ich, dass es ein gehobenes Restaurant mit sehr aufwendigem Interieur war. Es war das erste Mal, dass ich für den guten Wechselkurs und die hohen Preise in Korea dankbar war, da ein Besuch in so einem Restaurant hier den Geldbeutel kaum belastet.









Insgesamt ist es ein sehr sauberes, gehobenes Restaurant mit Personal, das alles gut erklärt. Allerdings sind die frittierten Gerichte generell nicht so toll. Daher sollte man sich auf Bratreis und Pho konzentrieren. Besonders der Ananas-Bratreis ist kein Scherz – es schmeckt, als hätten sie Zucker und alles Süße, was sie finden konnten, hineingeworfen, er ist wirklich unglaublich lecker. Hört nicht auf das Gerede, er sei zu süß, das ist ein absolutes Muss. Wenn jeder einen Ananas-Bratreis und eine scharfe Pho vor sich hat, versteht man sofort, was die vietnamesische Kombination aus süß, salzig und scharf bedeutet.