Sabah State Mosque: Goldene Moschee in Kota Kinabalu
Auch heute begann wieder das Spielchen: "Was mache ich jetzt bloß?". Wenn man nur in der Innenstadt von Kota Kinabalu und auf den nahegelegenen Inseln unterwegs ist, kann ich von einer Soloreise nur dringend abraten. Vor allem als alleinreisender Mann lernt man hier mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine ganz neue Seite an sich kennen. Im Guesthouse habe ich mich ein paar Mal mit Leuten aus Europa unterhalten, und einige von ihnen fahren wohl bis ans Ende der Inseln, um dort Aktivitäten zu unternehmen. Persönlich mag ich solche Trips auch, aber im Moment bin ich unschlüssig, ob ich mitkommen soll oder nicht. Ich weiß nicht, ob es ein nächstes Mal geben wird, aber falls doch, möchte ich ohne zu zögern auf den Mount Kinabalu. Dort scheint es sowohl alleine als auch in der Gruppe gut zu sein. Allerdings könnte ich das bei den enormen Kosten und zusammen mit über 60-jährigen Frauen (wie meiner Mutter) und Männern wohl eher nicht machen.
Wie auch immer, nach langem Überlegen, was ich heute tun soll, lautete mein Entschluss: "Moscheen besichtigen". Ich schaue mir generell gerne Gebäude an, besonders religiöse Architektur. Nicht, weil ich ein riesiges Interesse an Architektur hätte, tief religiös wäre oder über viel Fachwissen verfüge. Sondern weil sie auf Reisen am meisten ins Auge fallen, einem das stärkste Gefühl geben, im Ausland zu sein, und weil sie am günstigsten sind. In Europa und Russland habe ich Kirchen gesehen, obwohl die Religionen natürlich unterschiedlich sind, in Japan Schreine und in Korea buddhistische Tempel, aber eine islamische Moschee hatte ich bisher noch nie besucht. Selbst die Moschee in Itaewon (einem internationalen Viertel in Seoul) habe ich nur aus der Ferne gesehen und nie betreten. Daher war ich voller Neugier, und da Malaysia ein islamisches Land ist und ich ohnehin nichts zu tun hatte, war es der perfekte Tag für eine Moschee-Tour.



In Kota Kinabalu gibt es drei islamische Moscheen. Nach ihren jeweiligen Farben werden sie "Goldene Moschee", "Pinke Moschee" und "Blaue Moschee" genannt. Die berühmteste davon ist die Blaue Moschee, die Sabah City Mosque. Sie wird auch "Floating Mosque" genannt, da sie aussieht, als würde sie auf dem Wasser schweben.
Unabhängig von dieser Bedeutung sind mir meine Beine am wichtigsten, also begann ich meine Tour bei der Sabah State Mosque, der Goldenen Moschee, die meiner Unterkunft am nächsten lag.







Am Gebäude gibt es einen hohen Turm, von dem aus der Koran rezitiert wird, um ihn weit zu verbreiten. Der Ton im obigen Video ist der Koran, der wirklich ununterbrochen erklingt. In katholischen Kirchen wurden früher wohl auch zu bestimmten Zeiten Gebete gesprochen, aber wegen Lärmproblemen hat man das weltweit wohl eingestellt. Es ist interessant, wie sich ähnliche religiöse Kulturen heute in unterschiedliche Richtungen entwickeln.
Als ich ankam, spürte ich deutlich die Fremdheit im Vergleich zu anderen Religionen. Anders als bei Gebäuden anderer Religionen, in die man einfach hineinspazieren kann, sah ich hier Waschräume und spürte auch wachsame Blicke. Die Kleiderordnung hatte ich mir vorab durchgelesen, also war ich mit meiner langen Hose, die ich auf dem Sunday Market gekauft hatte, auf der sicheren Seite. Allerdings wusste ich nicht, ob ich Flip-Flops tragen durfte oder was ich mit meinem Hut machen sollte. Wenn man es nicht weiß, ist es am besten, einfach mal reinzugehen. Ich bin ja schließlich ein Tourist, da wird schon niemand schimpfen. Als ich dann drinnen war, erklärten mir die Leute mit Händen, Füßen und Blicken alles. Sie zeigten mir, wo ich mir die Füße waschen konnte und wo der Gebetsraum war – alle waren unglaublich freundlich. Da der Islam derzeit die Religion ist, über die am meisten gesprochen wird, war ich wohl unbewusst etwas angespannt gewesen.





Leider gab es keine Broschüren oder Karten zur Moschee, aber eine Art Tempelwächter erklärte mir in sehr gebrochenem Englisch, wo ich langgehen sollte. Er erzählte mir auch, dass die Verzierungen rund um die Kuppel dieser Moschee von einem italienischen Architekten entworfen wurden und sehr wertvoll seien. In europäischen Kirchen stehen die Wachen meist nur da und erklären nichts, aber hier bekommt man als Tourist sogar eine kleine Führung. Der Mann war so gesellig und hat mir sogar seinen Namen verraten, aber den habe ich leider vergessen.






Die Innenansicht. Ich habe genau in dem Moment gefilmt, als er mir von dem italienischen Künstler erzählte. Ich habe versucht, die Kamera ruhig zu halten, aber das Bild wackelt trotzdem extrem.
Wenn man in Kota Kinabalu nur einen reinen Erholungsurlaub im Resort macht, wird man wahrscheinlich nicht hierherkommen. Aber wenn man in einem Guesthouse oder Hotel übernachtet, hat man irgendwann Zeit übrig und ein Moscheebesuch bietet sich geradezu an. Die meisten zieht es wohl zur Blauen Moschee, aber falls man sich das Innere in Ruhe und Stille ansehen möchte, kann ich die Goldene Moschee wärmstens empfehlen. Von den drei Moscheen hat sie die schönsten Muster im Inneren der Kuppel. Da vor allem die Anwohner hierherkommen, hat sie die familiäre Atmosphäre einer örtlichen Gemeinde- oder Pfarrkirche.



Ausgaben (konservativ gerechnet: x 300 KRW ergibt den Betrag in koreanischem Won)
- Wasser RM 2.4
- Grab zum Signal Hill Observatory RM 14
- Fook Yuen Mittagessen RM 17
- Fahrt zur Blauen Moschee RM 11.72
- White Coffee RM 6.3
- Uber Stornogebühr RM 5
- Fahrt zur Unterkunft RM 12
- Seafood-Restaurant Abendessen RM 40
- Martini RM 96
- Spa RM 116
- Spa Trinkgeld RM 10
Tagesausgaben: RM 330.42
Gesamtkosten der Reise: 2,875,000 KRW + RM 1050.83