Sumang Son Kalguksu: Nudeln in Seogwipo
Heute ist der erste Tag, an dem ich seit meinem Umzug nach Jeju einen Oreum (Vulkankegel) besteige. Ich hatte mich für den Mulyeongari Oreum entschieden und suchte nach einem Ort, an dem ich auf dem Weg zu Mittag essen konnte. Da es in der mittleren Bergregion liegt, gab es nur wenige Läden. Ich habe beim Sumang Son Kalguksu angehalten, das die besten Bewertungen hatte.
Es ist ein kleiner Laden mit wenig Parkplatz (nur für etwa drei Autos) und nur rund sechs Tischen. Das völlig unscheinbare Äußere und Innere wecken die Erwartung, dass es sich um ein echtes Highlight handeln könnte.


Der günstige Preis von 7.000 KRW sorgt schon bei der Bestellung für gute Laune. Meine Wahl fiel auf Bajirak Kalguksu (Nudelsuppe mit Venusmuscheln).
Kurz nach der Bestellung wird das Essen zusammen mit Kimchi serviert. Beim Probieren der Brühe finde ich sie etwas fad. Also streue ich ordentlich Pfeffer darüber, und schon entfaltet sich ein würziger, erfrischender Geschmack. Die Nudeln scheinen handgemacht zu sein, sie sind schön elastisch und haben eine tolle Textur. Bei Kalguksu ist das Kimchi fast noch wichtiger als die Nudeln selbst. Ich weiß nicht, ob sie es selbst einlegen, aber es ist wunderbar knackig und passt perfekt zur Suppe.
Der Geschmack ist milder als bei Kalguksu in Seoul, aber je mehr man isst, desto schärfer wird es. Obwohl ich gut umgerührt hatte, lagen die Chilis wohl ganz unten. Da es anfangs etwas fad war, habe ich etwas Kimchi-Saft hinzugegeben – erst dann war die Würze perfekt, auch wenn man nur die Nudeln aß. Ich könnte mir vorstellen, dass sie die Suppe absichtlich milder würzen, damit man sie zusammen mit dem Kimchi isst.
Am beeindruckendsten sind die Venusmuscheln. Sie sind groß und die Menge ist enorm. Man bekommt eine Makgeolli-Schale (für Reiswein) dazu, und die Muschelschalen häufen sich darin bis oben hin. Da die Suppe in einer kleinen Edelstahlschüssel serviert wurde, dachte ich erst, die Portion sei klein. Aber von wegen – mein Bauch war so voll, dass ich mir Sorgen machte, ob ich überhaupt noch wandern könnte.





Der Mulyeongari Oreum hat viele Treppen, was für Leute, die keinen Sport treiben, etwas anstrengend sein kann. Davor oder danach muss man sich den Bauch vollschlagen, und die Nudelsuppe dieses Ladens ist dafür genau richtig. Mit dem Auto ist man in nur 5 Minuten dort, das Essen kommt schnell und schmeckt gut. Das Parken ist ein kleines Problem, aber ich denke, wenn viele Gäste da sind, parken die Leute einfach am Straßenrand. Das könnte den Verkehr etwas behindern, aber da es eine wenig befahrene Straße ist, scheint das in Ordnung zu sein.
Fazit: Die Kombination aus Mulyeongari Oreum und Sumang Son Kalguksu ist perfekt, um einen tollen halben Tag auf Jeju zu verbringen.