Yamaya in Yeouido: Unbegrenzt Myeongran zum Lunch
Heute stelle ich ein Restaurant vor, dessen Atmosphäre sich mittags und abends so stark unterscheidet wie Tag und Nacht, weshalb ich lange überlegt habe, worüber ich schreiben soll. Da mich aber das All-You-Can-Eat-Angebot an Myeongranjeot (gesalzener Pollackrogen) beim Mittagessen den ganzen Arbeitstag über in absolute Begeisterung versetzt hat, werde ich mich auf den Lunch konzentrieren.




Wenn man reinkommt und sich setzt, werden keine separaten Beilagen serviert – Myeongran und Gatkimchi (Senfblätter-Kimchi) warten bereits auf dem Tisch. Ich habe den Deckel leicht angehoben und gesehen, dass der Rogen sich förmlich stapelt. Nachdem ich den Zustand des Myeongran gesehen hatte, änderte sich meine Menü-Überlegung von „Was ist wohl lecker?“ zu „Was passt am besten zu Myeongran?“. Ich dachte, ein Gericht, das den salzigen Geschmack neutralisiert, wäre am besten, also bestellte ich Chicken Nanbanzuke (mariniertes, frittiertes Hähnchen). Übrigens ist das Aushängeschild dieses Lokals Motsunabe (Innereien-Eintopf). Da ich aber keine Kutteln esse, habe ich das direkt ausgeschlossen.



Nach kurzer Wartezeit kam das Essen. Sobald der Reis da war, habe ich direkt zwei Stücke Myeongran daraufgelegt und alles vermischt. Ein Bissen von diesem Myeongran-Reis zusammen mit dem Hähnchen – die Balance ist einfach perfekt. Da man auch beim Reis Nachschlag bekommt, habe ich ordentlich Myeongran reingepackt und mir einen echten Myeongran-Bomben-Reis gemischt. Der absolute Himmel! Grundsätzlich wird hier sehr gut gekocht, das Hähnchen hat eine tolle Textur und schmeckt auch pur schon super, aber zusammen mit dem Rogen... Das kann beim Lunch einfach kein anderes Restaurant toppen.

Das Essen hat mich so berührt, dass ich am nächsten Tag direkt wieder hingegangen bin. Dieses Mal gab es das Schweinefleisch-Ingwer-Menü. Ich hatte etwas Sorge, dass der Ingwergeschmack zu dominant sein könnte, aber das war unbegründet – er verlieh dem Ganzen nur eine feine, subtile Note. Den fettigen Geschmack spült man am besten direkt mit dem Myeongran-Bomben-Reis weg. Beim Schweinefleisch machte ich „Mmm~“ und direkt danach beim Myeongran ein begeistertes „Mmmmm!!!“.


Selbst jetzt, während ich diesen Text schreibe, erinnere ich mich an den salzigen Geschmack und mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Da es sich um hochwertigen Myeongran handelt, ist der Geschmack nicht zu aufdringlich, und man kann ihn im Verhältnis halbe-halbe mit dem Reis mischen. Er harmoniert hervorragend mit jedem Gericht auf der Mittagskarte. Motsunabe ist sicher auch recht fettig, daher dürfte die Kombination ebenfalls großartig sein.
Der einzige Wermutstropfen ist natürlich der Preis. In Yeouido (dem Finanzdistrikt in Seoul) ist einfach alles teuer. In einer Gegend, in der es scheinbar nur teure und leckere oder teure und schlechte Restaurants gibt, kann man sich hier vielleicht einmal pro Woche den Bauch mit Myeongran vollschlagen.
Ich habe mit Myeongran angefangen und höre auch damit auf, aber das Abendmenü ist ebenfalls hervorragend. Da das Restaurant generell fantastisch kocht, werde ich einen weiteren Beitrag schreiben, falls ich mal abends dort esse und Fotos mache.