Be Brave in Seogwipo: Einzigartiger Roche-Kaffee
Nach einem leckeren Essen wollte ich den Tag entspannt ausklingen lassen und machte mich auf die Suche nach einem Café. Ich hatte Lust auf einen etwas ausgefalleneren Kaffee und stieß dabei auf einen Ort namens „Be Brave“. Zuerst fragte ich mich, was das koreanisch geschriebene Wort bedeuten soll, bis mir klar wurde, dass es einfach das englische „Be Brave“ (Sei mutig) ist. Der Name klingt ziemlich entschlossen – als hätten sie beim Gründen die Zähne zusammengebissen.
Sie verkaufen hier einen Kaffee namens „Roche“. Da ich online nichts darüber finden konnte, scheint es eine Eigenkreation zu sein. Es ist eine Art „Dirty Coffee“, bei dem Espresso in Milch gegossen wird. Oben drauf sind Nüsse gestreut, sodass es wie ein geschmolzener Ferrero Rocher aussieht. So habe ich mir zumindest die Herkunft des Namens Roche zusammengereimt – was aber natürlich auch völlig falsch sein kann.



Wenn man nach Be Brave sucht, findet man zwei Standorte; dies hier ist die Filiale. Sie wurde erst später eröffnet, und es scheint, als hätte der Besitzer sich beim Interieur richtig Mühe gegeben. Der Laden ist in Holztönen gehalten, geräumig und sauber. Er hat eine stilvolle Atmosphäre, die gut zum Namen Sin-Seogwipo (ein Stadtteil auf Jeju) passt. Die Decken sind hoch und die Farben harmonisch abgestimmt – allein für das Betreten dieses Raumes könnte man Eintritt verlangen. Eine Aussicht gibt es zwar praktisch nicht, aber die Inneneinrichtung macht das locker wieder wett. Es gibt auch einen großen Parkplatz, was die Anreise mit dem Auto sehr angenehm macht. Da das Café auf einem Hügel liegt, sieht es so aus, als wäre es zu Fuß etwas anstrengend.
Ich bestellte, klappte meinen Laptop auf, um ein wenig im Internet zu surfen, und schon wurde mein Roche serviert. Mir wurde gesagt, ich solle ihn zuerst einfach so trinken und ab der Hälfte mit einem Löffel umrühren. Da die Menge aber ohnehin nicht allzu groß ist, scheint die Reihenfolge eigentlich keine Rolle zu spielen.



Der Geschmack ist wirklich etwas, das ich so noch nie probiert habe. Die Süße ist intensiv, und es schmeckt mehr nach Schokolade als nach Kaffee. Dank der Milch ist er nicht bitter, sondern wunderbar weich. Dass sie mit diesem Kaffee eine weitere Filiale eröffnen konnten und allerlei Merchandise-Artikel verkaufen, leuchtet mir absolut ein. Als ich mich umsah, entdeckte ich sogar jemanden, der alleine drei Kaffeetassen gestapelt hatte – hier trifft sich ein bunt gemischtes Publikum. Wenn man in Seogwipo Lust auf etwas Süßes hat, kann ich diesen Ort nur empfehlen.

