Canf Chicken in Gyodae: Scharfes Hähnchen in Seoul
Nach der Arbeit wurde ich auf ein schnelles Chimaek (Hähnchen und Bier) eingeladen und habe sofort zugesagt. Ich bin zwar oft abends unterwegs, aber Hähnchen mit Bier gab es schon länger nicht mehr, also war die Vorfreude groß. Mit meinen Kollegen ging es dann zu einem Hähnchen-Restaurant namens Canf. Zuerst dachte ich, es wäre einfach die englische Schreibweise der bekannten Kette Kkanbu Chicken und meinte noch: „Lustig, dass sie Kkanbu hier auf Englisch schreiben.“ Aber die Schreibweise und die Aussprache (Canf) sind anders. Und das Wichtigste: Der Geschmack ist ein völlig anderer.
Als wir saßen und bestellen wollten, war ich beim Blick auf die Speisekarte zunächst nicht sehr zuversichtlich. Ihre Spezialität ist nämlich scharfes Essen – und das ist genau die Geschmacksrichtung, die ich am wenigsten mag. Ich machte mir eher Sorgen, ob ich überhaupt etwas davon essen könnte, und habe deshalb nicht einmal ein Foto von der Karte gemacht. Wir haben uns dann an die mildeste Stufe gewagt.




Obwohl es die milde Sorte war, kitzelte ein scharfer Duft in der Nase. Ich nahm einen Bissen – in anderen Restaurants würde das schon als „leicht scharf“ durchgehen. Für Leute, die gar nicht scharf essen können, könnte selbst diese milde Stufe eine Herausforderung sein. Ich weiß nicht, ob sie besonders gutes Hähnchenfleisch oder hochwertiges Öl verwenden, aber das Fleisch ist extrem zart. Meistens schmecken Gerichte, die mit Schärfe werben, einfach nur scharf und der Eigengeschmack der Zutaten geht komplett verloren. Bei diesem Hähnchen ist das nicht der Fall. Es ist scharf, das Wasser läuft einem im Mund zusammen, und das Fleisch beim Kauen ist wunderbar zart. „Oh! Ziemlich gut!“, dachte ich mir, und während ich es wie wild mit meinem Bier genoss, war es auch schon ratzputz leer.
Danach haben wir noch normales, frittiertes Hähnchen bestellt, aber vielleicht waren wir schon zu satt – wir haben kaum etwas davon gegessen und hatten schnell genug davon. Canf steht einfach für scharfes Hähnchen. Die Kombination aus scharfem Hähnchen (den Schärfegrad sollte man je nach Tagesform der Zunge anpassen) und Stella Artois ist hier einfach perfekt.
Wie der Titel schon sagt, ist der Geschmack so überzeugend, dass ich mir gut vorstellen kann, dass daraus bald ein Franchise wird oder sie expandieren.