Chick-fil-A in San Diego: Zu Fuß zum Chicken-Sandwich
Ich bin heute früh aufgewacht und habe beschlossen, einen Spaziergang zu einer nahegelegenen großen Mall zu machen. In der amerikanischen Gesellschaft, besonders in Wohngebieten außerhalb der Innenstädte, sind solche großen Malls ein fester Bestandteil der Kultur, was mich schon immer neugierig gemacht hat. Es ist eine ziemlich erfrischende Erfahrung, eine amerikanische Nachbarschaft ohne Auto zu Fuß zu erkunden. Da es helllichter Tag ist, werde ich wohl kaum überfallen oder erschossen werden.

Auf dem Weg ist mir aufgefallen, dass die Bürgersteige zwar gut ausgebaut sind, aber kaum jemand zu Fuß unterwegs ist. Ab und zu sieht man jemanden beim Frühsport, aber ansonsten rasen alle in ihren Autos vorbei. Man merkt einfach, dass man in den USA ohne Auto nur schwer vorankommt.

Unterwegs entdeckte ich einen Suchflyer für eine vermisste Katze an einem Baumstamm. Es tat mir leid, da der Besitzer ihn offensichtlich voller Sorge geschrieben hat. Ich frage mich allerdings, ob so ein Flyer in einer Gegend, in der niemand zu Fuß geht, überhaupt etwas bringt. Ich hoffe einfach, dass sie gefunden wurde.

Als ich einen Zebrastreifen überqueren wollte, stand da ein Schild, das einen in San Diego willkommen heißt. Das Wetter war unglaublich klar und sonnig, sodass ich mich während des gesamten Spaziergangs richtig erfrischt fühlte. Die breiten Straßen und der blaue Himmel machen einem so richtig bewusst, dass man in Kalifornien, USA, ist. Wer nicht gerne läuft, sollte sich nicht überanstrengen und lieber ein Uber nehmen.

Nach einem langen Fußmarsch kam ich endlich im Mall-Bereich an, wo sich die Geschäfte drängen. Die natürliche Landschaftsgestaltung mit großen Felsen und Bäumen vermittelt das typische Gefühl eines amerikanischen Gewerbegebiets. Wenn man den endlos weiten Parkplatz sieht, wird klar, dass hier alle mit dem Auto herkommen, um einzukaufen und zu essen.
In der Nähe des Eingangs zur Mall entdeckte ich Briefkästen mit bekannten Logos. Es sind Dropboxen von FedEx und UPS, und ich fand es faszinierend, dass solche Briefkästen immer noch auf der Straße betrieben werden. Da das Land so riesig ist, scheinen sich solche unbemannten Sammelsysteme gut entwickelt zu haben.

Als ich tiefer in die Mall hineinging, sah ich eine In-N-Out Burger Filiale. Ehrlich gesagt hält In-N-Out in meinem Herzen immer noch den Spitzenplatz für amerikanische Burger. Da ich mir heute aber vorgenommen hatte, eine neue Marke auszuprobieren, ließ ich das Bedauern hinter mir und ging weiter.

Auf dem Weg zu meinem Ziel überquerte ich eine weitere breite Kreuzung. Da das Ampelsystem und die Straßenbreite ganz anders sind als in Korea, schaute ich mich beim Gehen ständig um. Die kalifornische Sonne ist so stark, dass man beim Spazierengehen unbedingt eine Sonnenbrille oder einen Hut tragen sollte. Wenn man sich die brutzelnde Sonne auf dem Foto ansieht, merkt man auch, dass man sich gut mit Sonnencreme eincremen sollte.

Endlich kam ich an meinem Ziel an: der Chick-fil-A Filiale. Da Five Guys mittlerweile auch in Korea gelandet ist, Chick-fil-A aber noch nicht, war ich schon immer neugierig auf den Geschmack. Wie ich herausfand, ist es eine Marke mit einer recht langen Geschichte, die 1946 gegründet wurde. Sie ist dafür bekannt, dass wegen der christlichen Überzeugungen des Gründers alle Filialen sonntags geschlossen bleiben.
Die Atmosphäre im Laden und der Service der Mitarbeiter waren nichts Besonderes und ähnelten einem normalen Fast-Food-Restaurant. Von der Speisekarte bestellte ich den Klassiker: das Original Chicken Sandwich. Der Preis liegt bei etwa 5 bis 6 USD für das Sandwich allein, was im Vergleich zu Premium-Burgern wie bei Five Guys sehr vernünftig ist und ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Wenn man die Restaurantpreise in den USA bedenkt, ist das ein ziemlich erfreulicher Preis.
Der Geschmack liegt im erwartbaren Rahmen – ein sehr massentauglicher und vertrauter Geschmack, der leicht an einen KFC-Burger erinnert. Es ist etwas leichter als der wuchtige Fleischgeschmack von Five Guys und fühlt sich an wie etwas, das jedem schmecken dürfte. Der einzige Nachteil ist, dass der Fokus auf Hähnchen-Patties liegt, sodass die Auswahl für jemanden, der einen Rindfleisch-Burger erwartet, eher klein ist.
Der wahre Charme von Chick-fil-A entfaltet sich erst, wenn man es mit der charakteristischen Chick-fil-A-Sauce isst. Der süße und gleichzeitig salzige, unverwechselbare Geschmack der Sauce passt hervorragend zum Hähnchen-Patty. Ich tue zwar so, als wäre ich ein Feinschmecker und analysiere alles, aber am Ende ist so ein massentauglicher Saucengeschmack einfach der beste.
Ein Freund hatte mir auch wärmstens empfohlen, Chick-fil-A zu probieren, und nachdem ich es nun selbst gegessen habe, verstehe ich, warum es so beliebt ist. Die Preise sind wettbewerbsfähig und der Geschmack ist massentauglich. Wenn sie Filialen in Korea eröffnen würden, gäbe es wahrscheinlich noch mehr Standorte als bei Five Guys. Wenn ich daran denke, nach dem üppigen Essen den ganzen weiten Weg wieder zurücklaufen zu müssen, wird mir zwar etwas mulmig, aber fürs Erste bin ich satt und zufrieden.



