Eruhwa in Jeonju: Tteokgalbi und kalte Nudeln
Es ist lange her, dass ich verreist bin. Wenn ich Zeit hatte, bin ich oft ins Ausland geflogen, aber wegen der Corona-Situation bin ich diesmal im Inland geblieben. Ich habe überlegt, wohin die Reise gehen soll, und da ich das Jeonju Hanok Village (ein traditionelles Dorf) noch nie richtig besucht hatte, machte ich mich auf den Weg nach Jeonju.
Natürlich steht das Essen auf Reisen an erster Stelle. Nichts ist so befriedigend wie kulinarische Entdeckungen. Wenn man an das Essen in Jeonju denkt, fällt einem sofort Bibimbap ein, aber die Einheimischen sagen immer wieder, dass es dumm sei, in Jeonju Bibimbap zu essen. Nach langem Herumfragen haben wir uns daher für Tteokgalbi (gegrillte Rippchen-Patties) als erste Mahlzeit entschieden. Auf der Fahrt dorthin hat meine Begleitung nach langer Recherche das Restaurant 'Eruhwa' ausgewählt.
Nach einer langen Fahrt kamen wir beim Eruhwa an. Schon vor dem Betreten hob sich meine Laune beim Anblick des riesigen Parkplatzes, auf den locker zehn Autos passen, und des palastartigen Gebäudes. Drinnen sah ich ein Buffet und ziemlich viele Sitzplätze und Gäste. Obwohl es ein Wochentag war, waren viele Leute da, die wie Touristen aussahen. Wir suchten uns einen Platz und schauten uns neugierig um, was wir essen sollten – alle aßen Tteokgalbi und Nudeln. Da wir sehr gut darin sind, uns der Umgebung anzupassen, bestellten wir kurzerhand zwei Portionen Tteokgalbi und einmal Dongchimi Guksu (kalte Nudeln in Rettich-Kimchi-Brühe).


Zuerst kam das Tteokgalbi. Es sah nicht aus wie ein typisches Hacksteak, sondern war flach wie ein Pfannkuchen. In der Mitte des Fleisches steckten Reiskuchen, was mich fragen ließ: 'Heißt es Tteokgalbi, weil Tteok (Reiskuchen) im Fleisch ist?' Anders als in anderen Restaurants glänzte es nicht vor Fett, sondern wirkte wirklich wie ein herzhafter Pfannkuchen. Ungewöhnlich war auch, dass es nicht auf einem Gasherd, sondern mit Trockenbrennstoff erhitzt wurde. Wir wussten überhaupt nicht, ob wir es sofort essen konnten oder noch etwas braten mussten, und schauten uns nur hilfesuchend um. Da sahen wir am Nachbartisch einen Mann, der wie ein echter Stammgast wirkte. Er schnitt sein Tteokgalbi routiniert mit der Schere in Stücke und briet es sanft an. Wir sind zwar ahnungslose Großstädter aus Seoul, aber im Nachmachen sind wir Weltmeister. Wir taten einfach so, als wüssten wir Bescheid, und machten es ihm nach. Als unser Fleisch einen ähnlichen Bratgrad erreicht hatte, wurde das Dongchimi Guksu serviert.
Ich dachte natürlich, dass Tteokgalbi am besten zu Reis passt, also aß ich das Fleisch zuerst mit Reis. Bis dahin dachte ich noch: 'Hm, schmeckt ganz gut.' Dann probierte ich gedankenverloren die Nudeln zusammen mit dem Fleisch und dachte sofort: 'Ich habe zwei Stücke Fleisch verschwendet!' Das nicht zu süße, weiche, aber irgendwie etwas trockene Tteokgalbi zusammen mit den erfrischenden Dongchimi-Nudeln ergab eine unfassbar gute Balance – eine echte Sommerdelikatesse. Jetzt verstand ich, warum auf jedem Tisch große Nudelschüsseln standen. Das Fleisch in diesem Restaurant ist gut, aber die Nudeln sind wirklich fantastisch. Das Dongchimi Guksu ist so erfrischend, dass es die Hitze sofort vertreibt, und das Bibim Naengmyeon (scharfe kalte Nudeln) ist nicht zu scharf, sondern hat eine angenehme Schärfe und Süße. Wenn man nur die Nudeln isst, fehlt etwas. Wenn man nur das Fleisch isst, fehlt auch etwas. Man hat stark das Gefühl, dass beides so gewürzt ist, dass es zusammen gegessen werden soll. Erst in der Kombination entfalten sie den besten Geschmack und die perfekte Balance.
Selbst wenn man die Nudeln nur als 'Nachspeise' (eine kleinere Portion) bestellt, bekommt man etwa zwei Drittel einer normalen Portion. Wenn man verschiedene Nudeln probieren möchte, ist es am besten, sie als Nachspeise zu bestellen. Zum Beispiel: eine Portion Tteokgalbi, einmal Bibim Naengmyeon als Nachspeise und einmal Dongchimi Guksu als Nachspeise. Das kann etwas viel sein, also teilt es euch gut auf, wenn ihr mit mehreren Personen dort seid.






Meine erste Mahlzeit in Jeonju hat mir sehr gut gefallen. Unter den Gästen waren ziemlich viele ältere Leute – vielleicht Einheimische aus der Gegend. Das Fleisch ist so zart, dass selbst ein vierjähriges Kind es problemlos essen kann, und auch bei den Nudeln wurde mehr Wert auf Weichheit als auf Bissfestigkeit gelegt, sodass auch Menschen mit schlechten Zähnen sie gut essen können. Wenn ihr zum ersten Mal nach Jeonju kommt, empfehle ich euch, eure erste Mahlzeit im Eruhwa zu essen. Es ist nur etwa fünf Autominuten vom Jeonju Hanok Village entfernt.