Gangjeong Haenyeo's House: Perfektes Seeigel-Bibimbap
Wenn man an der Küste von Jeju spazieren geht, sieht man oft Haenyeo (traditionelle Taucherinnen), die ins Wasser gehen und wieder auftauchen. Auch wenn ihre Zahl heutzutage gesunken ist, sind sie ein wichtiges immaterielles Kulturgut Jejus und spielen eine große Rolle für den Tourismus und die Gastronomie. Vielleicht gibt es deshalb einige Fischrestaurants auf Jeju, die den Ausdruck „Haenyeo's House“ (Haus der Taucherinnen) im Namen tragen.
Im Süden von Jeju ist das heute vorgestellte Gangjeong Haenyeo's House besonders bekannt. Das Seongge Bibimbap (Reisgericht mit Seeigel) ist hier sehr berühmt und eignet sich hervorragend für ein leichtes Mittagessen. Aus diesem Grund bin ich heute für mein Mittagessen extra bis nach Gangjeong-dong gefahren.






Nach einer kurzen Wartezeit wurden die Beilagen serviert und bald darauf folgte das Seeigel-Bibimbap. Bevor ich die Würzsoße darüber gab und alles vermischte, habe ich erst einmal daran gerochen – die Schüssel war voll mit Seeigelrogen und duftete herrlich nach Meer. Wenn man die Soße hinzufügt und umrührt, weiß man gar nicht mehr, wo der ganze Rogen geblieben ist, aber sobald man einen Bissen nimmt, entfaltet sich ein feines Seeigelaroma. Wenn man es zusammen mit den milden Beilagen verschlingt, ist der Teller im Handumdrehen leer.
Es schmeckt so gut, dass ich eigentlich noch mehr essen möchte, aber eine zweite Portion wäre wohl etwas zu viel. Für meinen Magen ist die Menge wirklich etwas unglücklich. Der Geschmack dieses eigentlich so simplen Bibimbaps ist einfach so gut, dass es mir schwerfällt, aufzustehen und zum nächsten Ziel aufzubrechen.



Gangjeong-dong ist ein Viertel, das früher wegen Themen wie Umweltzerstörung durch den Marinestützpunkt und der Ablehnung militärischer Anlagen oft in den Nachrichten war. Deshalb hängen auf dem Weg dorthin auch viele verschiedene Spruchbänder.
Wenn ich diese Spruchbänder sehe, denke ich leider nicht „Ah, genau!“, um zuzustimmen, sondern empfinde es eher als unordentlich. Ich verstehe nicht viel von Politik und noch weniger vom Militär, daher weiß ich nicht, wessen Argumente richtig sind, aber es stimmt schon, dass der Weg zum Essen dadurch etwas deprimierend wirkte.

