Gonguk in Busan: Gomtang und Suji Suyuk
Ich bin in Busan angekommen. Wieder einmal auf Geschäftsreise. Die Meetings und die Reise selbst sind zwar ziemlich bedeutungslos, aber da die Fahrtkosten erstattet werden, dachte ich mir, ich könnte wenigstens etwas Leckeres essen.

Da sich meine Unterkunft in der Nähe des WeWork BIFC (Busan International Finance Center) befand, beschloss ich, in der Gegend zu Abend zu essen. Zum Mittagessen hatte ich Milmyeon (kalte Nudeln, der Stolz von Busan), aber es war nicht gut genug, um es hier vorzustellen. Deshalb springe ich direkt zu Gonguk, einem Restaurant, das wirklich Eindruck bei mir hinterlassen hat.
Kann Busan meinen Gaumen zufriedenstellen, wo ich doch aus Seoul, der Stadt der Gomtang (Rinderknochensuppe), komme? Mit gewissen Zweifeln machte ich mich auf den Weg. An der Wand hingen verschiedene Auszeichnungen. In Seoul wären es Blue Ribbon und Michelin-Sterne gewesen, aber da wir hier in der Provinz sind, sah ich Plaketten, die mir völlig neu waren. Dass es so etwas überhaupt gibt, beruhigte mich ein wenig – es zeigte, dass der Laden zumindest einen gewissen Standard pflegt.





Ich bestellte eine Portion Gomtang und studierte die Speisekarte. Es gab Suji Suyuk (gekochte Rindersehnen), was man woanders nur selten findet. Da mehr als die Hälfte der Gerichte auf der Karte Suyuk-Variationen waren, schien das wohl die Spezialität des Hauses zu sein. Beide Gerichte zu essen, wäre vielleicht etwas viel, aber ich wollte es unbedingt probieren, selbst wenn ich etwas übrig lassen müsste. Also bestellte ich einmal Gomtang und einmal Suji Suyuk.
Zuerst wurde das Suyuk serviert. Ich richtete die Soße und das Kkakdugi (Rettich-Kimchi) her und probierte andächtig ein Stück Sehne. Oh~ gar nicht schlecht! Es schmeckt anders als bei Ujak Seolleongtang, einem bekannten Restaurant für Doganitang (Ochsenkniesuppe) in Yangjae (Seoul), aber beides ist köstlich. Gonguk wirkt etwas raffinierter und schöner angerichtet. Das Ende vom Lied war, dass ich nicht umhin kam, Soju dazu zu trinken, also bestellte ich eine Flasche 'Good Day' (eine lokale Soju-Marke aus Busan).

Kurz darauf kam die Gomtang. Ein Löffel der Brühe, und sie war sofort genehmigt. Mit einer ordentlichen Portion Frühlingszwiebeln und etwas Salz abgeschmeckt, war es die perfekte Suppe, um sie genüsslich mit einer Schüssel Reis zu essen. Ein weiterer Pluspunkt bei Gonguk: Der Reis wird in einem Sotbap (traditioneller Steintopf) serviert. Er war so wunderbar klebrig, dass es fast zu schade war, ihn in die Suppe zu mischen. Während ich so meine Gomtang und das Suji mit Soju genoss, bekam ich richtig Lust, noch eine Nacht in Busan dranzuhängen.





Wenn man an Busan denkt, fallen einem meist Milmyeon und Dwaeji Gukbap (Schweinefleischsuppe) ein. Aber ich mag Dwaeji Gukbap nicht besonders, und Milmyeon ist zwar lecker, aber irgendwie auch nichts Besonderes mehr. Wenn man diese typischen Gerichte ein wenig satt hat, kann ich die Sehnen und die Gomtang bei Gonguk wärmstens empfehlen. In Seoul findet man heutzutage kaum noch gute Restaurants für Doganitang, und der Geschmack hier steht den besten Läden in Seoul in nichts nach.