Gourmet Lamb in Seoul: Richtig gutes Lammfleisch
Eigentlich bin ich kein großer Fan von Lammfleisch. Besonders die Lammspieße (Yangkkotchi), die man hier in Korea oft isst, treffen nicht wirklich meinen Geschmack. Wenn Kollegen oder Freunde bei Trinkabenden vorschlagen, Lamm essen zu gehen, zögere ich meistens. Mein Vorurteil, dass Lamm nicht schmeckt, wurde erst auf meinen Reisen durch Russland und Griechenland gebrochen. Das Lammfleisch, das ich in Russland als Schaschlik und in Griechenland als Steak gegessen habe, war eine ganz andere Liga als das, was ich aus Korea kannte. Kein strenger Geruch, dafür ein ganz eigener Geschmack, der sich von Schwein oder Rind abhebt, und unglaublich saftig. Es war, als hätte sich mir eine völlig neue Welt eröffnet. Zurück in Korea habe ich oft nach diesem Geschmack gesucht, wurde aber wegen des typischen, strengen Geruchs immer wieder enttäuscht. Doch jetzt habe ich endlich ein Restaurant gefunden, das dem Geschmack aus Europa verdammt nahekommt.






Da mein Freund zu spät kam, musste ich eine ganze Weile warten. So hatte ich aber genug Zeit, mir die Einrichtung und das Grillen des Fleisches genauer anzusehen. Ungewöhnlich für ein koreanisches BBQ-Restaurant ist der Thekenbereich (Bar). Das gesamte Fleisch wird vom Personal gegrillt. Wenn man zu zweit ist – besonders bei einem Date – ist es ein tolles Erlebnis, an der Bar zu sitzen und beim Grillen zuzuschauen. Eigentlich ist es nichts Weltbewegendes, aber es hat schon etwas Besonderes, wenn der Barkeeper einem keinen Wein oder Cocktail reicht, sondern direkt vor einem Fleisch grillt.







Die Dipsaucen waren jetzt nicht unfassbar spektakulär (wobei das frische Wasabi wirklich gut ist), aber das Fleisch in Kombination mit Hallasan Soju (koreanischer Schnaps aus Jeju) ist einfach fantastisch. Um den Hallasan richtig genießen zu können, habe ich extra um eine Flasche auf Zimmertemperatur statt aus dem Kühlschrank gebeten, und sie haben ihn mir anstandslos gebracht. Nur weil das Restaurant im schicken Viertel Samseong-dong (in Seoul) liegt, kann man es nicht einfach nur als "teuer" abstempeln – dafür sind die Qualität, das Ambiente und der Service einfach zu gut. Am besten betrachtet man es einfach als ein "gehobenes Restaurant", dann tut der Preis nicht so weh. Während ich das hier schreibe, bekomme ich schon wieder Appetit. Ich mache mir fast Sorgen, dass ich bei jeder kleinsten Gelegenheit dorthin rennen werde.
Wie erwartet, habe ich angefangen, hierher zu kommen, sobald ich mich etwas energielos fühle;;;;;


