Jang Jinyoung in Hannam-dong: Ganjang Gejang

Wenn man das Restaurant betritt, fallen sofort die vielen Auszeichnungen und der beeindruckende Lebenslauf an der Wand auf. Neben einem selbstbewussten Foto der Inhaberin steht in großen Lettern: „Ich bin Jang Jinyoung, ich mache Essen zur Marke.“ Wenn man sich das dichte Portfolio mit Titeln wie „Meisterin der koreanischen Küche“ und dem großen Preis der Lebensmittelbehörde ansieht, spürt man einen enormen Stolz auf das eigene Essen.

Daneben hängt auch ein Zeitschriftenartikel über ihre 24-jährige Kochkarriere. Man merkt, dass sie schon sehr lange in der Gastronomie tätig ist und viel Erfahrung gesammelt hat. Beim Lesen steigt die Vorfreude, noch bevor das Essen überhaupt serviert wird.

Außerdem hängt dort eine glänzende Plakette, die sie als Meisterin der koreanischen Küche auszeichnet. Wenn man solche Meistertitel oder Auszeichnungen sieht, bekommt man sofort das Gefühl, dass hier ein sehr hochwertiges Essen serviert wird.

Als ich mich an den Tisch setze, liegt dort ein Papierset mit einer niedlichen Krabbenzeichnung. Ich hatte gehört, dass dieses Restaurant früher preislich sehr attraktiv war, aber jetzt, wo ich hier bin, ist dieser Preisvorteil weitgehend verschwunden. Die Preise bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie bei anderen bekannten Restaurants für Ganjang Gejang (in Sojasauce marinierte rohe Krabben), weshalb mir die Preise für dieses Gericht immer noch ziemlich happig vorkommen.

Mein bestelltes Ganjang Gejang-Menü wurde serviert. Die mit orangefarbenem Rogen gefüllten Krabben und Saeujang (marinierte rohe Garnelen) werden auf einem großen Teller angerichtet. Dazu gibt es ein paar dünne Scheiben Suyuk (gekochtes Schweinefleisch), Namul (Gemüsebeilagen), Kimchi und Miyeokguk (Seetangsuppe). Auch Reis wird großzügig serviert, und Sungnyung (Reiswasser) gehört ebenfalls dazu. Wenn ich den Krabbenpanzer sehe, möchte ich am liebsten sofort Reis hineinmischen.
Der Geschmack des Ganjang Gejang – das Wichtigste überhaupt – ist weniger salzig als gedacht. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, viel Reis essen zu müssen, aus Angst vor einer wahren Salzflut, aber die Würze ist genau richtig, um sie mit Reis zu genießen. Ganjang Gejang ist an sich ein Gericht, an dem sich die Geister scheiden, daher bin ich vorsichtig, aber dieser Geschmack ist so massentauglich, dass auch Ausländer ihn problemlos probieren können.
Allerdings waren das Suyuk und die anderen Beilagen eher durchschnittlich. Anstatt von allem ein bisschen zu probieren, sollte man sich lieber auf das Hauptgericht, das Ganjang Gejang, konzentrieren.
Die Atmosphäre und der Service im Restaurant wirken eher wie in einem ganz normalen, einfachen Lokal als in einem gehobenen Restaurant. Ich empfehle, mit der Einstellung hierherzukommen, einfach eine gemütliche Mahlzeit zu genießen, anstatt einen außergewöhnlichen Service zu erwarten.
Wer in der Gegend von Itaewon (einem internationalen Viertel in Seoul) nach einem traditionsreichen Restaurant sucht, dem empfehle ich Nari's House, das für Naengsam (gefrorener Schweinebauch) berühmt ist.