Als wir endlich an der Reihe waren und hineingingen, fielen mir sofort die rot gefliesten Wände und die dicht an dicht stehenden Tische auf. Es war noch viel voller, als es von draußen aussah – man konnte kaum treten. Man sagt, dass Nari's House das erste Restaurant war, das gefrorenen Schweinebauch (Naengsam) servierte, was wohl auch die lange Wartezeit erklärt. Die laute und lebhafte Atmosphäre ist genau das, was man von einem traditionellen Lokal (Nopo) erwartet, um nach der Arbeit ein Glas Soju zu trinken. Wegen der Lage in Itaewon (einem internationalen Viertel in Seoul) dachte ich eigentlich, dass es hier viele ausländische Gäste geben würde, aber als ich mich umsah, waren fast nur Koreaner da. Trotzdem ist es ein ziemlich guter Ort, um ausländischen Freunden die koreanische Naengsam-Kultur und die lange Geschichte des Ladens zu zeigen. Nächstes Mal muss ich unbedingt einen Freund aus dem Ausland mitbringen und ihm beibringen, wie man den Schweinebauch richtig grillt. Kaum saßen wir, legten die Mitarbeiter auch schon routiniert Alufolie auf den Grill und stellten die Beilagen bereit. Bei der hohen Fluktuation hier sind ihre Handgriffe fast schon maschinell. Kurz darauf wurde ein ganzes Tablett voll mit gefrorenem Schweinebauch serviert, und ich war von der Farbe des Fleisches ziemlich überrascht. Obwohl es gefroren war, sah die Qualität schon mit bloßem Auge unglaublich frisch und gut aus. Da der Laden so gut läuft, wird das Fleisch sofort verbraucht und liegt nicht lange herum, wodurch die Frische erhalten bleibt. Sobald der Grill heiß war, legten wir das Fleisch auf die Alufolie. Mit einem lauten Zischen stieg uns sofort der herzhafte Geruch von Fett in die Nase. Dieses rustikale Gericht hat einen ganz eigenen, intensiven Charme, der dem edlen Fleisch, das ich früher mit meiner Familie bei Bukakjeong gegessen habe, in nichts nachsteht. Da es so dünn ist, gart es blitzschnell – für Hungrige gibt es einfach keinen besseren Snack zum Trinken. Während das Fleisch brutzelte, probierte ich mich durch die Beilagen, und jede einzelne war köstlich. Vom dicken gerollten Omelett über den süß-scharfen Gurkensalat bis hin zu den knackigen Sojasprossen und dem Kimchi – hier gibt es keine Ausfälle. Besonders der Frühlingszwiebelsalat (Pajeori) dieses Ladens ist unfassbar lecker und gleicht den fettigen Geschmack des Schweinebauchs perfekt aus. Zwei knusprig gebratene Stücke Fleisch schnappen, in Sesamöl dippen, ordentlich Frühlingszwiebelsalat darauf packen und ab in den Mund – einfach fantastisch. Wie könnte man bei diesem Geschmack keinen Soju bestellen? Ein Stück Fleisch, ein Gläschen Soju... es geht so sanft runter, dass man fast vergisst, ob man Alkohol oder Wasser trinkt. Der heutige Abend fühlt sich noch süßer an als damals, als ich bei Mr. Gukbap so ausgiebig gegessen und getrunken habe. Nach dem Essen hatte sich der Fleischgeruch wie ein Orden in meinem ganzen Körper festgesetzt, sodass es mir fast ein bisschen peinlich war, in die U-Bahn zu steigen. Dass der Geruch so tief in die Kleidung zieht, ist ein unvermeidbarer Nachteil, weshalb ich empfehle, nicht die absoluten Lieblingsklamotten anzuziehen. Es ist ein magischer Duft, der selbst mit Textilerfrischer nicht so leicht verschwindet.