Mapo Wonjo Tteokbokki in Seoul: Süß, scharf & günstig
Ich habe mich mit einem Freund, der gerade auf Jobsuche ist, zum Mittagessen getroffen. Da wir uns in der Mitte an der Station Gongdeok (in Seoul) trafen, suchten wir nach einem guten Restaurant in der Gegend von Mapo. Wir entschieden uns für einen Laden, der in der TV-Show 'Baek Jong-won's Top 3 Chef King' – einer sehr verlässlichen Quelle für gutes, einfaches Essen – vorgestellt wurde.
Als wir in die Nähe kamen, war sofort klar, wo der Laden ist, weil dort so viele Leute waren. Wenn man das Tteokbokki-Restaurant (Reiskuchen-Imbiss) sieht, merkt man auf den ersten Blick, dass es schon sehr lange existiert. Drinnen gibt es nur wenige Tische. Ob es am Platzmangel liegt oder an den vielen Büros in der Umgebung – die meisten Kunden nehmen das Essen mit. Trotzdem werden die Bestellungen für Gäste im Lokal und zum Mitnehmen nicht getrennt, sondern streng nach der Reihenfolge des Eintreffens aufgenommen.






Wir setzten uns und schauten auf die Speisekarte – die Preise sind unglaublich niedrig. Bei diesen günstigen Preisen haben wir völlig den Verstand verloren und für uns zwei gleich zwei Portionen Tteokbokki (scharfe Reiskuchen), ein Gimbap (koreanische Reisrollen), zwei Eomuk (Fischkuchen) und einmal Sundae (koreanische Blutwurst) bestellt. Während des Essens kam dann noch eine Portion Twigim (frittierte Snacks) dazu... Eigentlich hatten wir uns getroffen und über Diäten geredet, aber bei den Preisen war es um uns geschehen.
Da es sich um einen kleinen, familiengeführten Laden handelt, ist fast alles Selbstbedienung. Man bestellt erst, wenn man dazu aufgefordert wird, und auch das Danmuji (eingelegter Rettich) muss man sich selbst holen. Während man auf das Essen wartet, kann man beobachten, wie sich die Mutter – offenbar die Chefin – und ihr Sohn ein wenig kabbeln. Es ist ein typisches Nachbarschaftslokal voller herzlicher Atmosphäre.
Das bestellte Essen kommt nicht alles auf einmal, aber die Abstände dazwischen sind auch nicht lang. Tteokbokki, Gimbap und Eomuk kamen zuerst, also probierte ich das Tteokbokki. Die Farbe war sehr dunkel, weshalb ich dachte, es wäre extrem scharf. Aber selbst ich als absoluter Schärfe-Weichling konnte es essen, auch wenn ich es scharf fand – für durchschnittliche Koreaner dürfte es also nicht allzu scharf sein. Wäre es nur scharf, hätte es keinen Reiz, aber sie müssen wohl ordentlich Zucker hineingeschüttet haben, denn im Abgang kommt eine deutliche Süße durch. Genau wie im Fernsehen beschrieben: eine richtig leckere, scharf-süße Mischung.
Gimbap und Eomuk fand ich jetzt nicht besonders außergewöhnlich. Beim Sundae sah das allerdings anders aus. Wahrscheinlich wegen der hohen Kundenfluktuation war das Sundae wunderbar weich. Es fühlte sich an, als wäre es gerade erst gedämpft worden und hätte nicht schon ewig im Dämpfer gelegen. Nicht nur das Sundae, sondern das gesamte Essen wirkte absolut frisch. Das ist der große Vorteil von Läden, die gut laufen.






Obwohl wir so extrem viel bestellt hatten, zahlten wir am Ende nur etwas mehr als 6.000 KRW pro Person. Bei diesem Preis kann man sich wirklich nicht beschweren, egal ob es schmeckt oder nicht. Heutzutage zahlt man für eine Lieferung Tteokbokki locker 15.000 KRW, aber wir haben zu zweit weniger als das bezahlt. Als ich mich umsah, bemerkte ich viele Leute, die einfach nur eine Portion Tteokbokki aßen. Ich war erstaunt, dass es einen so günstigen Ort gibt, an dem man auch nur eine Portion bestellen kann und es obendrein noch so gut schmeckt. Da habe ich wirklich einen tollen Laden entdeckt.