Okcheon Naengmyeon in Yangpyeong: Perfekt nach der Radtour
Die "Dongbu 5 Hügel" (fünf östliche Pässe bei Seoul) sind eine beliebte Strecke für Radfahrer. Es ist eine Trainingsstrecke für Anstiege, und meistens fährt man danach völlig erschöpft nach Hause. Für Anfänger endet diese furchteinflößende Route an der U-Bahn-Station Asin. Kurz vor der Station Asin liegt das Okcheon Naengmyeon Hwanghae Sikdang, ein wirklich fantastisches Restaurant für kalte Nudeln, bei dem ich nach den 5 Hügeln immer Halt mache.
Während die Chogye Guksu (kalte Hühnernudelsuppe) in Paldang eigentlich nur schmeckt, wenn man sich auf dem Rad richtig verausgabt hat, ist das Okcheon Naengmyeon auch dann lecker, wenn man mit dem Auto anreist. Da ich selbst allerdings wie verrückt geradelt bin, bevor ich dort gegessen habe, verlasse ich mich bei dieser Aussage auf die Meinung anderer.



Wir kamen schweißgebadet an, aber da hier ohnehin viele Radfahrer einkehren, kann man ohne Bedenken eintreten. In Corona-Zeiten ist der Zutritt mit einem einfachen Schlauchtuch als Maskenersatz allerdings verboten – man muss also unbedingt eine richtige Maske dabeihaben.
Wir bestellten zunächst "Wanja + Pyeonyuk" (koreanische Frikadellen und gekochte Schweinefleischscheiben) und dazu jeder eine Schüssel Naengmyeon. Das Restaurant ist zwar für seine kalten Nudeln bekannt, aber die wahren Stars sind Wanja und Pyeonyuk. Besonders die Wanja sind so gut, dass man nach einer kräftezehrenden Radtour problemlos vier Stück alleine verdrücken kann. Ich empfehle daher, unbedingt die Wanja zu bestellen, selbst wenn man die Nudeln weglässt. Noch besser ist natürlich: Naengmyeon mit Wanja!





Während in Korea meist Naengmyeon nach Pjöngjang- oder Hamheung-Art serviert wird, macht man hier eine seltene Variante nach Hwanghae-do-Art (einer nordkoreanischen Provinz). Ehrlich gesagt war ich aber einfach nur damit beschäftigt, das Essen hastig hinunterzuschlingen, egal welche Art von Naengmyeon es war. Die Nudeln sind so prall wie Jjolmyeon (sehr zähe Nudeln), lassen sich aber viel besser kauen und haben eine tollere Textur. Das Pyeonyuk war nach dem Radfahren etwas schwer im Magen, sah aber so aus, als würde es hervorragend zu einem Glas Soju (koreanischer Schnaps) passen – fast schon schade. Das absolute Highlight, die Wanja, sind unglaublich saftig und herzhaft; ich frage mich wirklich, wie sie die machen. Pyeonyuk und Wanja werden vor den Nudeln serviert. Obwohl ich weiß, dass sie zusammen mit der kalten Nudelbrühe am besten schmecken, kann ich einfach nie so lange warten.
Es liegt ganz in der Nähe der Station Asin. Schleppt euren erschöpften Körper also unbedingt dorthin und probiert es aus!
