Saeseoul Duruchigi: Ein Geheimtipp in Seogwipo
Während die Stadt Jeju für ihr Heukdwaeji (schwarzes Schweinefleisch) berühmt ist, ist Seogwipo für Duruchigi (würzig gebratenes Schweinefleisch) bekannt. Das Yongi Sikdang, über das ich bereits geschrieben habe, ist ein typisches Duruchigi-Restaurant, aber es gibt noch viele weitere versteckte Schätze. Das Saeseoul Duruchigi, das ich heute vorstelle, ist einer davon.
Das Yongi Sikdang hat den Nachteil, dass es dort oft sehr voll und hektisch zugeht. Im Saeseoul Duruchigi hingegen kann man in Ruhe essen, da es noch nicht so extrem bekannt ist.
Auch die Lage ist ein großer Pluspunkt. Es befindet sich direkt gegenüber der Lee-Jung-seop-Straße, die dem gleichnamigen Künstler gewidmet ist und als die Seele von Seogwipo gilt – ein absolutes Muss, wenn man hier ist. Es ist also der perfekte Ort, um sich den Bauch vollzuschlagen, bevor man die Straße erkundet.


Man könnte meinen, dass sich das Duruchigi hier stark von dem im Yongi Sikdang unterscheidet, aber das ist nicht der Fall. Die Gemüsesorten sind ähnlich, nur das Mischungsverhältnis ist etwas anders, sodass man kaum einen Unterschied schmeckt. Die Sauce weicht leicht ab, aber ohne direkten Vergleich fällt das nicht auf. Das mag daran liegen, dass Duruchigi an sich kein besonders kompliziertes Gericht ist, aber generell scheint es auf der Insel Jeju nicht so zu sein, dass jedes Restaurant sein völlig eigenes, einzigartiges Rezept hat. Es ist nicht wie in Seoul oder Bangkok, wo dasselbe Gericht je nach Viertel einen ganz eigenen Charakter hat.
Dennoch ist es ein absolut zufriedenstellendes Restaurant, um Duruchigi zu essen.





Das Wichtigste beim Duruchigi-Essen ist der Knoblauch. Natürlich packt man reichlich Fleisch, Sojasprossen und Frühlingszwiebelsalat hinein, aber das i-Tüpfelchen sind ein oder zwei Zehen Knoblauch, die man unbedingt hinzufügen sollte. Das hebt den ursprünglichen Geschmack, der sonst vielleicht eher mild als scharf wirkt, auf ein Niveau, das auch dem Gaumen eines Seoulers gerecht wird.

Eine weitere Sache, die man beim Duruchigi beachten muss: Man sollte unbedingt Platz im Magen für das Bokkeumbap (gebratener Reis) lassen. Und man muss etwas Fleisch übrig lassen, um es lecker unter den Reis zu mischen.
Es versteht sich von selbst, aber wer kein Bokkeumbap zum Duruchigi isst, hat eigentlich gar kein Duruchigi gegessen. Wenn man jedoch alleine unterwegs ist, ist es oft ziemlich unangenehm, in einem Grillrestaurant nur eine Portion zu bestellen. Das Tolle am Saeseoul Duruchigi ist, dass man problemlos alleine hingehen, eine Portion Duruchigi und im Anschluss eine Portion gebratenen Reis bestellen kann. Der Besitzer ist sehr rücksichtsvoll und gibt einem nicht das Gefühl, unerwünscht zu sein, was es zu einem großartigen Ort für Alleinreisende macht.

