Von Balboa Park zum Petco Park in San Diego
Nach meinem Spaziergang durch den friedlichen Park, der sich wie Europa anfühlte, beschloss ich, zum Petco Park in der Innenstadt zu laufen. Das Wetter in San Diego Anfang Januar war fantastisch zum Spazieren. Der Himmel war wolkenlos blau und die Luft angenehm kühl – perfekte Bedingungen für einen gemütlichen Spaziergang.
Ich verließ den Park und ging über eine große Brücke. In der Ferne sah ich die Skyline mit ihren hohen Gebäuden und aufragenden Palmen, die im Sonnenlicht eine ziemlich coole Kulisse bildeten.

Unter der Brücke erstreckte sich ein riesiger Highway, der quer durch San Diego führte. Als ich von oben auf die schnell fahrenden Autos hinabsah, wurde mir wieder einmal bewusst, dass ich mich in dem riesigen Land Amerika befand.

Nach der Brücke folgte ich dem Weg, der Wohngebiete und Parks verband. Ich sah einen leeren örtlichen Baseballplatz, dessen blaue Bänke und grüner Rasen sehr friedlich wirkten. Ob sich die Leute aus der Nachbarschaft hier am Wochenende zum Bällewerfen treffen?

Je weiter ich ging, desto näher kamen die Gebäude, die mehr nach Innenstadt aussahen. Ich schlenderte gut gelaunt eine gepflegte Straße entlang, gesäumt von großen Bäumen und deutlichen Radwegmarkierungen. Meine Beine fühlten sich zwar schon etwas schwer an, aber es machte so viel Spaß, die Umgebung zu erkunden, dass ich einfach weiterlief.

Je tiefer ich in die Stadt kam, desto mehr öffentliche Verkehrsmittel fielen mir auf. Ich sah einen roten Bus an einer Haltestelle stehen und starrte ihn fasziniert an, da es ein Gelenkbus mit zwei Abteilen war – etwas, das man in Korea nur selten sieht.

Doch als ich das Zentrum der Innenstadt erreichte, veränderte sich die Atmosphäre schlagartig. Auf einem unbebauten Grundstück auf der anderen Straßenseite und auf den Gehwegen tauchten nach und nach Zelte auf, bis sie ein ganzes Zeltdorf bildeten. An einem so schönen Tag wie heute wirkte der Kontrast zwischen den schicken modernen Gebäuden und den Zelten der Obdachlosen so befremdlich, dass ich ein ganz seltsames Gefühl bekam.

Warum gibt es in einem so reichen Land wie den USA so viele Obdachlose, und warum leben sie alle in Zelten auf der Straße? Ob sie durch zu hohe Mieten verdrängt wurden oder ob es an Drogenproblemen liegt, weiß ich nicht, aber beim Anblick der endlosen Zeltreihen am Straßenrand fragte ich mich vor allem, wie man hier überhaupt leben kann.
Als ich an dem Zeltdorf vorbeiging, begegnete ich sogar jemandem, der sich wie ein Fentanyl-Zombie kaum auf den Beinen halten konnte. In diesem Moment spürte ich eine plötzliche Bedrohung meiner Sicherheit und erstarrte förmlich. Aus Angst, Augenkontakt herzustellen, schaute ich nur auf den Boden und ging im Eilschritt weiter. Ich dachte nicht einmal daran, Fotos zu machen, und nahm die rote Straßenbahn, die an mir vorbeifuhr, kaum wahr.

Nach einem atemlosen Fußmarsch tauchte endlich das riesige Petco Park-Stadion vor mir auf. In dem Moment, als ich die hellbraunen Ziegelsteine und das große Padres-Logo sah, fiel die ganze Anspannung von mir ab und pure Erleichterung machte sich breit.

Ich war froh, sicher am Heimstadion von San Diego angekommen zu sein, aber der ganze Weg fühlte sich an wie eine Achterbahnfahrt. In Korea gibt es zwar auch ein Obdachlosenproblem, aber sie sammeln sich meist an Orten wie der Seoul Station, und zumindest in dieser Hinsicht finde ich die Situation in Korea viel besser, da viele Obdachlose selbst versuchen, ihre Lage zu verbessern. Wenn man im Stadtzentrum unterwegs ist, kann sich die Atmosphäre je nach Viertel schlagartig ändern, daher empfehle ich, lieber ein Uber zu nehmen. Vielleicht habe ich auch einfach nur überreagiert, weil ich bisher immer an sehr sicheren Orten gelebt habe.