Yukgogijip auf Jeju: Lohnt sich das Warten?
Ein Freund hat mit seiner Tochter zwei Wochen bei uns verbracht und ist im Sommer mit seiner Frau für einen Monat nach Jeju gekommen. Da sie nicht in Seogwipo, sondern in der Nähe des Hallim-Strandes (auf Jeju) wohnten, haben wir uns nicht oft gesehen, aber endlich hat es mal geklappt. Nachdem wir mit dem Baby am Strand gespielt und sie zu Hause abgesetzt hatten, hatten wir endlich Zeit, zu zweit richtig einen trinken zu gehen. Unsere Wahl fiel auf das Yukgogijip (ein Fleischrestaurant), das auf Blogs gerade sehr beliebt ist.




Es ist ein eigenartiger Laden mit einem unscheinbaren, rustikalen Schild. An der Tür hängt keine Werbung, wie lecker es sei, sondern ein Hinweis des Besitzers, wie lange man mit welcher Wartenummer warten muss und dass das Essen „gar nicht so besonders“ sei. Zum Glück war bei unserer Ankunft nichts los, sodass wir direkt reingehen und uns setzen konnten. Ich fragte mich, was an dem Fleisch so großartig sein sollte, dass es so eine ungewöhnliche Ankündigung gibt.

Wir begannen unsere Bestellung mit Deungsim-deotsal (Schweinerücken), das auf der Karte mit einem Stern markiert war. Zuerst wurden die Beilagen serviert, die nicht sonderlich spektakulär aussahen, und dann wurde das Fleisch aufgelegt. Uns wurde eine Methode erklärt, die man in anderen Restaurants selten sieht:
„Zwei Minuten grillen, wenden und dann wieder zwei Minuten grillen.“
Ich erinnere mich nur noch dunkel, ob es wirklich genau zwei Minuten waren, aber da es hieß, so schmecke es am besten, habe ich natürlich den Timer auf meinem Handy gestellt und es mit voller Hingabe gegrillt. Als ich das perfekt gegrillte Fleisch probierte, verstand ich, warum die Leute zwei Stunden auf dieses angeblich „nicht so besondere“ Fleisch warten. Das Galbi (Rippchenfleisch) ist so herrlich bissfest, dass ich bei jedem Bissen klatschen wollte. Fleisch schmeckt zwar überall gut, aber da man hier die beste Zubereitungsart verraten bekommt, war es fast so gut wie in einem Restaurant, wo das Fleisch für einen gegrillt wird.






Als Nächstes gab es Galmaegisal (Schweinezwerchfell). Ich hatte hohe Erwartungen, aber da das Galbisal so gut war, wirkte das Galmaegisal eher durchschnittlich. In diesem Laden dreht sich alles um das Galbisal. Die drei Sterne auf der Karte stehen da nicht ohne Grund.




Nachdem ich gegessen hatte, bis ich fast platzte, muss ich dem Besitzer recht geben: Es ist kein Geschmack, für den man zwei Stunden anstehen muss. Wenn man zwei Stunden wartet, müsste einen das Fleisch völlig um den Verstand bringen, aber dieses Niveau ist mit Schweinefleisch wohl kaum zu übertreffen. Wenn man jedoch 10 oder 20 Minuten wartet, ist das völlig in Ordnung. Oder man lässt sich auf die Warteliste setzen, dreht eine Stunde lang eine Runde durchs Viertel – das wäre mein maximaler Kompromiss.
Wenn man keine Lust auf das Warten hat, sollte man lieber woanders hingehen. Aber wenn man in Hallim ist und spontan vorbeischauen kann, lohnt sich ein Besuch. Da es in Hallim nicht allzu viele gute Restaurants gibt, ist der Andrang vielleicht auch deshalb so groß. Vertraut mir und probiert es einfach mal aus.
