Budu Sikdang: Makrelen-Sashimi in Moseulpo, Jeju
Inmitten der schwierigen Corona-Zeit, gepaart mit persönlichen Angelegenheiten und dem anstrengenden Jahreszeitenwechsel, ist jeder Tag im Moment ziemlich kräftezehrend. Ich wollte einfach weit weg, was wegen Corona kaum möglich war, also bin ich zumindest nach Jeju (Insel im Süden Koreas) geflohen. Eigentlich wollte ich nur lesen und nichts tun, aber das Essen war ein Problem, also bat ich einen guten Freund um Hilfe. So nahm er mich mit ins Budu Sikdang.
Am Hafen von Moseulpo ist das Restaurant "Miyeong-ine" berühmt für sein Makrelen-Sashimi (roher Fisch), also dachte ich zuerst daran, dorthin zu gehen. Aber mein Freund empfahl das Budu Sikdang, da der Stil der Beilagen (Banchan) etwas anders sei und es neben verschiedenen rohen Fischen auch gegrillte Gerichte gäbe. Also haben wir unser Ziel sofort geändert.





Als wir ankamen, war das Restaurant bereits voll und es bildete sich gerade eine Warteschlange. Es ist erstaunlich, wie die Leute solche Läden immer finden. Das Restaurant war brechend voll, als wolle es der Corona-Ära trotzen. Obwohl wir ziemlich früh dran waren, war dieser große Raum komplett besetzt. Während wir kurz warteten, fiel mir auf, dass die Tischrotation extrem schnell war. Normalerweise muss man hier wohl mindestens eine Stunde warten, man sollte also wirklich viel Zeit einplanen. Besonders Familien sollten ihre Besuchszeit gut abstimmen. Es soll über 150 Sitzplätze geben, und dass es trotzdem so voll ist, hat meine Erwartungen enorm gesteigert.
Mein heutiges Ziel war Makrelen-Sashimi, das man in Seoul nur schwer bekommt. Wir bestellten ein Set mit Makrelen-Sashimi, gegrilltem Fisch und Seeigel-Algensuppe (Seongge Miyeokguk). Die Menüauswahl ist wirklich groß und es gibt viele verschiedene Kombinationen. Wenn alle Mitreisenden den gleichen Geschmack haben, kann man überall hingehen, aber wenn die Vorlieben auseinandergehen, ist das hier eine extrem gute Wahl.






Ich habe zwar schon in Seolleung (Viertel in Seoul) Makrelen-Sashimi gegessen, aber an den Geschmack hier direkt aus Seogwipo (Stadt auf Jeju) kommt es einfach nicht heran. Für jemanden wie mich, der sich mit rohem Fisch nicht so gut auskennt, ist Makrelen-Sashimi toll, weil man es mit verschiedenen Zutaten in ein Salatblatt einwickeln kann. In dieser Hinsicht ist das weiße Kimchi (Baek-Kimchi) das absolute Markenzeichen des Budu Sikdang. Ich weiß nicht, ob sie es selbst einlegen oder aus China kaufen, aber dank des weißen Kimchis verschwindet das Fettige der Makrele komplett. Nachdem ich nun ein paar Mal Makrelen-Sashimi gegessen habe, merke ich: Genau wie bei Aal ist der Schlüssel, wie man das Fettige ausgleicht, damit es bis zum letzten Bissen lecker bleibt. In Seolleung nutzt man dafür Wasserfenchel (Minari), im Budu Sikdang sorgt das weiße Kimchi für den anhaltenden Genuss.
Der rohe Fisch ist frisch, die Beilagen sind gut – es lässt keine Wünsche offen. Das Einzige, was ich bedauere, ist, dass die Saison für Gelbschwanzmakrele (Bangeo) gerade zu Ende geht und ich sie nicht mehr probieren konnte. Gelbschwanzmakrele ist ebenfalls sehr fettig und würde sicher hervorragend zu den Beilagen im Budu Sikdang passen.