Cha Hyun-hee Sundubu in Gangneung: Tofu top, Beilagen Flop
Unter all meinen vertrauenswürdigen Quellen für gute Restaurants steht Huh Young-mans „Sikgaek“ (ein bekannter Food-Comic) ganz oben. Es gibt viele Reiseführer und Fernsehsendungen, aber wenn es um koreanisches Essen geht, übertrifft für mich nichts die Glaubwürdigkeit von Sikgaek. Eines der dort vorgestellten Tofu-Restaurants liegt ganz in der Nähe meiner Radtour-Route an der Ostküste. Es ist das „Cha Hyun-hee Nongchon Sundubu“.

Schon bei der Ankunft wurden wir von einer riesigen Menge an Autos begrüßt. Da es ein berühmtes Restaurant ist, war das zu erwarten, aber ich befürchtete schon, dass wir eine Stunde warten müssten. Als wir nach etwa 30 Minuten an der Reihe waren, war ich richtig erleichtert – das sagt wohl alles über den Andrang hier aus.
„Nummer 70, 71, 72, bitte eintreten!“
Ich beobachtete den Mann, der für die Nummernvergabe zuständig war, wie er ununterbrochen rief und die Leute hereinließ. Bei diesem Anblick dachte ich mir nur: Hier wird wirklich Geld gescheffelt.











Wenn man nur den Tofu betrachtet, versteht man sofort, warum dieses Restaurant in Sikgaek erwähnt wurde. Er hat keinen unangenehmen Eigengeschmack, ist aber wunderbar nussig. Die Konsistenz ist nicht zu weich, sondern hat genau den richtigen Biss. Obwohl viele Gäste Cheonggukjang (fermentierte Sojabohnenpaste) essen, riecht der ganze Laden nicht extrem danach, was auch bei diesem Gericht auf gute Qualität hoffen lässt.
Allerdings trafen die stark gewürzten Gerichte überhaupt nicht meinen Geschmack. Als ich den Sundubu Jeongol (Tofu-Eintopf) probierte, dachte ich im ersten Moment, da wäre Ramen-Gewürzpulver drin. Auch das Yangnyeom Gejang (scharf marinierte rohe Krabbe) war so extrem scharf, dass ich nach einem Bissen gleich zwei Gläser Wasser trinken musste. Mein Freund, der das scharfe Essen bestellt hatte, entschuldigte sich vom ersten Bissen bis zu dem Moment, als wir das Restaurant verließen. Ach, die Gewürze... wenn nur diese Gewürze nicht wären ㅠㅠ. Wenn sie den Koch für die Beilagen und Marinaden austauschen würden, wäre es ein wirklich fantastisches Restaurant. Es ist schade. Aber man kann auch nicht sagen, dass das Essen schlecht ist, denn der Tofu ist einfach überwältigend gut.
Ich betone es noch einmal: Der Tofu ist spitze. Wenn die anderen Restaurants in der Gegend einen ähnlich guten Tofu machen, wird sich der wahre Gewinner wohl bei den Beilagen entscheiden. Beim nächsten Mal werde ich definitiv den Sundubu (weichen Tofu) in einem anderen Lokal probieren.
Erneuter Besuch bei Cha Hyun-hee Sundubu am 25.08.2021
Das Tofu-Dorf in Gangneung hat mittwochs größtenteils geschlossen. Dieses Mal wollte ich eigentlich ein anderes Restaurant besuchen, um vergleichen zu können (besonders Jjamppong Sundubu, einen scharfen Meeresfrüchte-Tofu, wollte ich probieren). Da aber nichts anderes offen war, blieb mir nichts anderes übrig, als wieder hierher zu kommen. Obwohl sich Corona gerade ausbreitet und es in Strömen regnet, sind ziemlich viele Leute hier – vielleicht auch, weil die umliegenden Läden zu haben.

Mit der Erinnerung an meinen letzten Besuch bestellte ich den „Weißen Sundubu (mit Sojasauce)“. Heute bin ich alleine hier, und als Einzelgast hat man leider nicht viel Auswahl. Die meisten Gerichte sind erst ab zwei Personen bestellbar, sodass nur der weiße Sundubu übrig bleibt. Aber da ich genau deswegen gekommen bin, habe ich mich nicht beschwert. Der Preis ist im Vergleich zu meinem Besuch vor vier Jahren um 10.000 KRW gestiegen.

Die Beilagen wurden etwas schneller serviert als beim letzten Mal. Es waren zwar weniger Leute da, aber der Laden war trotzdem so gut wie voll, und das Tempo war beachtlich. Ich probierte die Beilagen nacheinander, und wie erwartet waren sie extrem stark gewürzt. Zusammen mit dem Tofu geht es aber. Von all diesen Beilagen schmeckt das Gericht, das wie Bulgogi aussieht, am schlechtesten. Dass man von den Beilagen nicht viel erwarten darf, hat sich also nicht geändert.
Kurz nach den Beilagen kam auch schon der Sundubu. Die Beilagen sind nahe an 0 Punkten, aber der Tofu ist fast bei 100 Punkten. Ein wirklich rätselhaftes Restaurant. Wie von der Bedienung empfohlen, mischte ich Sojasauce unter den Tofu. Es werden zwei Arten von Sojasauce gereicht, wobei eine eher wie Doenjang (Sojabohnenpaste) aussieht. Ich war erst skeptisch, aber in Kombination mit dieser pastenartigen Sauce braucht man wirklich keine anderen Beilagen mehr. Die dünnere Sojasauce in dem kleinen Schälchen passt gut zum Biji (Sojapüree).
Der Tofu ist so unglaublich weich, dass ich mich fragte, ob ich Sundubu schon immer so sehr mochte. Der nussige Geschmack ist nicht zu aufdringlich, sondern angenehm dezent. Zusammen mit der Spezialsauce braucht man nicht einmal Reis dazu. Wenn man den Tofu wie Reis löffelt und danach ein Perillablatt oder knusprigen Seetang isst, ist das so salzig und süß, dass man sofort wieder Lust auf den Tofu bekommt. Auch nach meinem zweiten Besuch kann ich den Laden absolut empfehlen. Allerdings wirklich nur für den Tofu.


