Chonchon Haenyeochon: Roher Fisch mit Nudeln in Jeju
Heute geht es nach Jeju-Stadt. Da es schade wäre, direkt dorthin zu fahren, habe ich auf halbem Weg einen Abstecher gemacht, um etwas zu essen.
Ich landete im Chonchon Haenyeochon, das auf seinem Schild stolz behauptet, die Hoe-guksu (Nudeln mit rohem Fisch) erfunden zu haben. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber wenn man fragt, was man auf Jeju essen sollte, empfiehlt jeder Zweite die Hoe-guksu dieses Restaurants. Früher hieß es Dongbok Haenyeochon, aber anscheinend haben sie nebenan ein größeres Gebäude gebaut und den Namen geändert. Ob das der Grund ist, sei dahingestellt, aber das Restaurant ist jedenfalls sehr geräumig und bietet viele Parkplätze, was den Besuch angenehm macht.






Dank der großen Fensterfront mit Blick aufs Meer ist der Raum schön hell. Es ist natürlich toll, sich die Wartezeit aufs Essen mit dem Blick auf den Ozean zu vertreiben. Das Meer sieht hier zwar etwas unspektakulär aus, aber es reicht völlig, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Wenn weniger los wäre, könnte man hier wunderbar entspannt vor sich hin träumen, aber da der Laden immer voll ist, ist das leider schwierig.
Kurz nach der Bestellung kamen auch schon die Nudeln. Es sieht nach einer großen Portion aus, ist aber eine ganz simple Kombination aus rohem Fisch, Gemüse, Nudeln und Soße. Und obwohl es nach viel aussieht, ist man nach dem Essen fast noch hungrig. Eine kleine optische Täuschung vielleicht.
Wenn man alles gut durchmischt, damit sich die Soße verteilt, versteht man sofort, warum alle dieses Gericht empfehlen. Die dunkelrote Soße sieht scharf aus, hat aber eher eine süßliche Note, und die Nudeln sind wunderbar bissfest. Selbst ohne den Fisch könnte ich von dieser Kombination locker eine ganze Schüssel essen. Nimmt man dann noch den Fisch und das Gemüse dazu, wird der Geschmack einfach grandios. Wenn man den zähen, frischen Fisch und das knackige Gemüse kaut und dann die bissfesten Nudeln dazukommen, ist es einem plötzlich völlig egal, ob draußen das Meer ist oder nicht.




Vielleicht lag es daran, dass ich alleine war und alles so hastig hinuntergeschlungen habe, aber die Aussicht habe ich erst im Nachhinein richtig wahrgenommen. Wenn nur weniger Leute hier wären, würde ich gerne ganz in Ruhe essen, ohne mich gehetzt zu fühlen. Die Umgebung kommt mir irgendwie bekannt vor, als wäre ich schon einmal hier gewesen, aber ich weiß nicht wann. Auch der Geschmack erinnert mich an etwas, das ich früher schon einmal gegessen habe.


Die Räumlichkeiten sind nicht besonders spektakulär, aber sehr sauber. Es ist ein Ort, an dem man mit Meerblick ordentlich essen kann. Ob der Name „Haenyeochon“ (Haenyeo-Dorf, nach den traditionellen Taucherinnen auf Jeju) bedeutet, dass die Einheimischen das Restaurant gemeinsam betreiben, oder ob sich einfach ein einzelner Besitzer den Namen geliehen hat, weiß ich nicht. Aber so oder so haben sie damit sicher genug verdient, um dieses Gebäude hochzuziehen. Es ist wirklich voll und laut, aber weil es so unglaublich gut schmeckt, ist es eine absolute Empfehlung für Jeju.