Geomeunsoe: Jeju Black Cattle in Jeju-Stadt
In Seogwipo (Stadt im Süden Jejus) verkauft der Hanaro Mart im Premium-Bereich Jeju Black Cattle (schwarzes Rind). Ich habe geschaut, ob es so etwas auch in Jeju-Stadt gibt, und fand es in einem Restaurant mit dem außergewöhnlichen Namen „Geomeunsoe Molgo-oneun“ (Schwarze Kuh treibend). Mein verheirateter Bruder war auf Hochzeitsreise in Jeju und ich wollte ihm etwas richtig Gutes zu essen spendieren. Da es ein gepflegtes Essen ist, das man nur auf Jeju probieren kann, eignete es sich hervorragend als Einladung.
Als wir ankamen, war die Fassade des Restaurants wegen Renovierungsarbeiten eine Baustelle. Von außen und innen sah es eigentlich aus wie ein ganz normales koreanisches Grillrestaurant. Der einzige Unterschied war eine Erklärung an der Wand über die Black-Cattle-Farm, die vom Vater des Besitzers betrieben wird.


Unser heutiges Menü ist das Black-Cattle-Spezialmenü für 60.000 KRW. Ich hatte überlegt, ob wir nur Fleisch grillen sollten, war aber auch neugierig auf die anderen Gerichte aus dem schwarzen Rind, also bestellte ich das Spezialmenü.
Zuerst wurden die Beilagen serviert, allen voran Gejang (marinierte rohe Krabben). Mein Bruder und seine Frau fingen schon an zu schwärmen, als sie sahen, dass Gejang als Beilage gereicht wurde.
Danach folgten verschiedene Gerichte, von Tataki (ich bin mir nicht sicher, ob es echtes Tataki war) über Yukhoe (koreanisches Rindertatar) bis hin zu Tteokgalbi (gegrillte Hackfleisch-Patties). Es gab nicht nur eine große Vielfalt an Speisen, sondern sie wurden auch serviert, während uns jedes einzelne Gericht erklärt wurde. Das Essen war abwechslungsreich und lecker, aber durch die Erklärungen beim Essen wurde mein Interesse noch mehr geweckt und es schmeckte gleich noch besser. Abgesehen vom Rest ist die Servicebereitschaft der Mitarbeiter, die bedienen und das Fleisch grillen, auf einem Niveau, das man auf Jeju wirklich selten sieht.





Nachdem wir unsere Mägen und Gläser mit den verschiedenen Black-Cattle-Gerichten etwas gefüllt hatten, wurde endlich die Holzkohle gebracht. Das Fleisch wurde Stück für Stück sorgfältig für uns gegrillt, aber da alle kleine Esser sind, kamen wir mit dem Tempo beim Grillen nicht mit. Das ist doch schade ums Geld, ihr müsst euch beeilen mit dem Essen, was macht ihr denn da ㅠㅠ
Als ich das schwarze Rind probierte, konnte selbst meine Zunge, die Geschmäcker sonst nicht so gut unterscheiden kann, einen kleinen Unterschied zu anderem Rindfleisch feststellen. Es zeichnet sich durch weniger Fett und mehr mageres Fleisch aus, weshalb es weniger zart ist als normales Hanwoo (koreanisches Rind), aber dafür ist der herzhafte Geschmack viel intensiver. Ich weiß nicht, ob es wirklich ein schwarzes Rind war (wahrscheinlich schon), aber der Fleischgeschmack ist definitiv anders. Man kann nicht sagen, was besser ist (beides ist extrem lecker), aber der jeweilige Charakter ist deutlich spürbar, sodass es sich gelohnt hat, von weit her anzureisen.



Wenn man an die Insel Jeju denkt, ist das schwarze Schwein berühmt, aber die meisten wissen nicht, dass es auch schwarze Rinder gibt. Ich habe mich gefragt, warum das ganze Fleisch aus Jeju schwarz ist, aber den Grund weiß ich bis heute nicht. Vielleicht, weil die Steine hier schwarz sind?
Wie auch immer, wenn man Leute vom Festland mit einem für Jeju typischen Essen bewirten möchte, wäre es doch eine gute Idee, sie einmal Black Cattle probieren zu lassen. Wenn man es als Menü isst, ist der Preis auch nicht allzu belastend. (Natürlich nach den Maßstäben eines gehobenen Restaurants.)