In-N-Out Burger und Desert Hills Outlet in Kalifornien
Nachdem ich meinem Freund dabei zugesehen hatte, wie er sich schon am Morgen mit den Kindern abmühte, trank ich noch einen Kaffee und dann fuhren wir los. Es war fast 11 Uhr, als wir starteten. Unser Plan war, nicht direkt zum Joshua Tree zu fahren, sondern den Tag mit einem Zwischenstopp im Desert Hills Outlet zu verbringen.
Man sagt ja, ein Roadtrip in den USA beginnt und endet auf der Straße. Das Land ist wirklich so riesig, dass man die Fahrzeiten kaum einschätzen kann. Zum Glück gibt es Google Maps, womit man es einigermaßen vorhersagen kann, aber selbst für einen kurzen Trip sind 100 km hier der Standard. Von unserem Haus bis zum Joshua Tree sind es ungefähr 120 Meilen, also gut 200 km.
Das Erstaunliche ist, dass das Autofahren hier viel weniger stressig ist. Die Straßen sind breit, die Tempolimits höher und die Landschaft ist so weitläufig, dass es einfach Spaß macht, aus dem Fenster zu schauen. Unsere Autobahnen in Korea fühlen sich oft so eng an, aber beim Fahren in Kalifornien habe ich diese Enge nie gespürt. Wenn man hier im Auto sitzt, wird einem klar, warum sich die Autoindustrie hier so gut entwickeln musste.

Nach einer Weile erreichten wir unser heutiges Ziel: Desert Hills. Es wirkt wie eine Mischung aus Outlet und Raststätte, und da auch noch das Morongo Casino direkt daneben liegt, hat es fast etwas von einem riesigen Unterhaltungskomplex. Wie auch immer, kaum waren wir in dieser für mich völlig neuartigen Gegend angekommen, rannten wir auch schon direkt zu In-N-Out.


Mein allererster In-N-Out Burger. Diese Burgerkette ist umso einzigartiger, weil sie (fast) nur in Kalifornien Filialen eröffnet. Sie ist dafür bekannt, dass die Burger nicht vorbereitet, sondern erst nach der Bestellung frisch gemacht werden. Angeblich expandieren sie wegen der Frische des Gemüses nicht in andere Regionen. Wenn man das so hört, klingt es wie ein kleiner lokaler Burgerladen, aber sie sind so unglaublich erfolgreich, dass der CEO zu den reichsten Milliardären gehört. (Die aktuelle CEO hat das Unternehmen von ihren Eltern geerbt. Und die Eltern natürlich auch schon...)
Das Menü ist extrem simpel. Es gibt aber ein sogenanntes "Secret Menu" – wenn man Gerichte bestellt, die nicht auf der Karte stehen, bekommt man sie trotzdem. Das bekannteste davon ist der "Animal Style". Ähnlich wie bei Costco scheinen amerikanische Läden oft auf den ersten Blick unnötige Dinge einzubauen, nur um den Kunden ein besonderes Erlebnis zu bieten. Sollte man das als Teil der Kultur sehen? Da das Geschäft jedenfalls brummt, kann man sich darüber nicht beschweren.


Obwohl dieser In-N-Out in einem Outlet weit weg von der Stadt liegt, war er brechend voll. Man kann sich vorstellen, wie beliebt der Laden ist. Als ich in Korea herumgefragt habe, was man in Kalifornien unbedingt essen muss, hat In-N-Out mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Ich hatte noch keinen Bissen probiert, aber meine Erwartungen waren riesig.
Wenn man beim Bestellen kein Englisch kann, könnte es etwas schwierig werden. Sie fragen einen alles Mögliche, zum Beispiel, ob man die Zwiebeln gegrillt haben möchte. Wenn man nicht weiterweiß, kann man einfach eine Übersetzer-App nutzen und sagen, sie sollen es so machen, wie sie denken. Ich weiß nicht, ob das nur in Kalifornien so ist oder in den ganzen USA, aber sie gehen einfach davon aus, dass jeder – egal ob Ausländer oder nicht – selbstverständlich Englisch spricht. Manchmal denke ich, das ist ziemlich ignorant, und es zeigt, dass dieses Land sich wirklich keine Gedanken über andere Länder macht.


Endlich kamen unsere Burger. Ich hatte einen Double-Double bestellt und schon nach dem ersten Bissen verstand ich, warum die Leute so darauf abfahren. Erstens ist der Preis im Vergleich zu anderen Burgern günstig, und zweitens schmeckt er überhaupt nicht fettig oder schwer, sondern richtig sauber und frisch. Zum klassischen Patty-Geschmack kommt die knackige Frische des Gemüses. Es ist, als ob sie einem beibringen wollen, wie ein Burger im Lehrbuch gemacht werden sollte.
Die Pommes waren allerdings etwas enttäuschend. Wenn man die salzigen Pommes von McDonald's oder die würzigen von Popeyes mag, sollte man sie lieber "Animal Style" bestellen. Wobei, auch der Animal Style war eine Enttäuschung. Die Kartoffel selbst scheint zu rufen: "Ich bin eine gesunde Kartoffel!" Die einzige Lösung ist, sie in Ketchup zu ertränken und sie quasi nur wegen des Ketchup-Geschmacks zu essen.




Nach unserem Brunch bei In-N-Out starteten wir unsere eigentliche Outlet-Tour. Da es in der Nähe von San Diego und LA keine wirklich guten Outlets gibt, ist Desert Hills für Touristen ein absolutes Muss. Nur hier findet man Burberry, Gucci und Moncler. Außerdem gibt es Prada, Yves Saint Laurent und so ziemlich jede andere bekannte Marke.
Ein kleiner Tipp: Wenn ihr als Familie ankommt, geht als Erstes zu Gucci. Setzt den Ehemann dort in der Schlange ab und schaut euch derweil für etwa eine Stunde die anderen Läden an. Die Schlange bei Gucci ist am längsten und man wartet gut eine Stunde. Wenn man nicht gleich zu Beginn dorthin geht, schafft man es vielleicht gar nicht mehr rein.
Bei Nike oder The North Face geht man am besten mit der ganzen Familie rein und sucht sich gleich einen riesigen Haufen Sachen aus. Der Rabatt hängt nämlich von der Anzahl der gekauften Artikel ab. Meistens muss man 7 bis 10 Teile kaufen, um über 70 % Rabatt zu bekommen. Es hat schon seinen Grund, warum man hier andauernd Latina-Mütter sieht, die gleich zehn Nike-Tüten auf einmal schleppen. Bei Läden wie Diesel gibt es wieder andere Regeln, zum Beispiel bekommt man beim Kauf von drei Teilen nur auf eines einen Rabatt. Da es von Geschäft zu Geschäft unterschiedlich ist, sollte man sich beim Reingehen immer gut informieren.
Aus Erfahrung kann ich sagen: Wer gerne shoppt, wird hier sowieso den Sonnenuntergang erleben, egal um wie viel Uhr man ankommt. Man sollte also reichlich Zeit einplanen.






Manchmal sieht man Reisepakete, die einen Outlet-Besuch beinhalten, aber Desert Hills ist so groß und hat so viele gute Marken überall versteckt, dass man in ein oder zwei Stunden buchstäblich nur schauen kann. Wenn man wirklich einkaufen will, empfehle ich, einen ganzen Tag dafür einzuplanen. Da in den USA selbst die Duty-Free-Shops teuer sind, sollte man die Outlets gut nutzen.







