Jain Mungtigi in Yangjae: Rohes Rindfleisch in Seoul
Da in letzter Zeit viele Kollegen das Unternehmen verlassen haben, gab es häufiger Firmenessen. Heute wurde ein guter Freund verabschiedet, also haben wir ein schönes Restaurant ausgesucht, auch wenn es etwas weiter vom Büro entfernt war.
Anfangs wusste ich gar nicht, was "Mungtigi" eigentlich ist. Ich habe gegoogelt und die Definition "Rindfleisch-Sashimi nach Gyeongsang-do-Art" gefunden. Genauer gesagt: Wenn man das Rindfleisch aus der Keule (das für rohes Rindfleisch verwendet wird) noch am Tag der Schlachtung isst, nennt man es Mungtigi. Isst man es erst am nächsten Tag, ist es normales Yuk-Sashimi (rohes Rindfleisch).
Daher war ich etwas skeptisch, ob man hier in Seoul wirklich Rindfleisch vom selben Tag bekommt. Wahrscheinlich hängen deshalb in vielen Mungtigi-Restaurants Erklärungen an der Wand, woher das Fleisch stammt und dass es täglich frisch geliefert wird. Auch bei Jain Mungtigi steht auf der Speisekarte, dass sie auf anderes Rindfleisch ausweichen, falls am selben Tag kein frisch geschlachtetes Fleisch verfügbar ist.
Wie dem auch sei – selbst wenn es anderes Fleisch gewesen wäre, bin ich kein absoluter Feinschmecker. Ich habe einfach bestellt und es genossen.








Wir hatten das 5.0-Menü, das mittlerweile zum 5.5-Menü geworden ist. (Da ich so aufs Essen konzentriert war, habe ich kaum Fotos gemacht und mische hier ältere mit neueren Bildern.) Wenn man das Menü bestellt, kosten Soju, Bier und Softdrinks jeweils nur noch günstige 2.000 KRW. Die Getränkepreise sind hier ohnehin schon niedriger als anderswo, aber mit dem Menü werden sie unschlagbar günstig. Wer also vorhat, ordentlich zu trinken, dem empfehle ich definitiv das Menü.
Vielleicht liegt es am Schlachtdatum, aber das Fleisch wird etwas dicker aufgeschnitten als normales Rindfleisch-Sashimi. Es unterscheidet sich deutlich von anderen Restaurants: Wo das Fleisch woanders oft etwas zäh ist, ist es hier wunderbar zart und angenehm zu kauen. Außerdem ist die Dip-Sauce schön scharf, sodass das rohe Fleisch weder fettig noch schwer schmeckt.
Auch das Rindfleisch, das danach serviert wird, besteht nicht aus billigen Stücken, die nur satt machen sollen. Es ist sehr hochwertiges Fleisch, das zart ist und dessen feines Fett auf der Zunge zergeht.
Bei einem Preis von 55.000 KRW plus Getränken landet man schnell bei etwas über 60.000 KRW, weshalb man nicht allzu oft hierher kommen kann. Aber wenn man hier ist, hat man ein großartiges Essen, bei dem man keinen einzigen Cent bereut.
