Obyeongjang in Jeju: Perfektes Schweinefleisch vom Grill
Nach einem Ausflug mit der Familie meines Bruders kehrten wir für das Abendessen nach Jeju-Stadt zurück. Schon vor der Abfahrt hatte mein Bruder immer wieder betont, dass es heute Abend Schweinefleisch geben würde, und ich war gespannt, wovon er da ununterbrochen redete. Er zitierte sogar einen ehemaligen Arbeitskollegen, den ich kaum kenne, und predigte wie ein Manifest: "Fleisch isst man bei Obyeongjang".



Ich hatte eigentlich einen kleinen Laden in der Nachbarschaft erwartet, aber der Parkplatz war riesig und das Innere so weitläufig, dass es fast schon kühl wirkte. Tatsächlich war die Temperatur niedrig und es war etwas frisch, aber vielleicht lag es auch an Corona, dass die Tische so weit auseinander standen, was den Raum noch größer und leerer erscheinen ließ. Ein Blick auf den Preis zeigte: 15.000 KRW für 200g – das scheint der Standardpreis in Jeju zu sein, und auch dieses Restaurant hält sich daran.
Kurz nachdem wir eine Portion Obyeongjang Geungogi (dick geschnittenes Schweinefleisch) bestellt hatten, wurde das Feuer gebracht – allerdings keine Holzkohle, sondern Yeontan (Briketts). Wenn ich so darüber nachdenke, grillt man heutzutage wirklich selten noch Fleisch über Briketts. Vielleicht wegen schädlicher Stoffe? Ich weiß nicht, ob das stimmt. Fleisch vom Brikettgrill schmeckt auf eine subtile Art anders als von Holzkohle. Ich finde, es hat eine etwas süßlichere Note. Man sagt, dies sei ein Restaurant, in dem das Fleisch selbst und nicht die Beilagen gut schmecken – war das vielleicht der Hinweis darauf?


Direkt am Eingang beginnt ein Mann, unser Fleisch vorzugrillen. Danach übernehmen die Kellner, die für die jeweiligen Tische zuständig sind, grillen das Fleisch fertig und legen uns die Stücke mit einer kurzen Erklärung auf den Teller. Wenn andere Orte für ihre leckeren Beilagen bekannt sind, dann ist dies ein Ort, der sich wirklich voll und ganz auf das Fleisch konzentriert.
Als ich das fertige Fleisch probierte, das man mir auf den Teller gelegt hatte, kamen mir die 15.000 KRW pro Person plötzlich sehr günstig vor. Das Fleisch ist wirklich köstlich. Da ich nicht selbst grillen muss, sondern jemand mit dem perfekten Timing am Werk ist, ist der Geschmack einfach makellos. Ich verstehe jetzt, warum mein Bruder Obyeongjang so in den Himmel gelobt hat. Obwohl es kein Rindfleisch ist, reicht es, das Fleisch einfach nur in etwas Salz zu dippen – es ist zart und der Fleischsaft fließt nur so. Wenn es etwas länger auf dem Grill lag, wickelt man es einfach mit etwas Knoblauch in ein Salatblatt, und schon ist das Fleisch im Nu verschwunden. An unserem Tisch waren wir uns alle einig, dass das normale Moksal (Schweinenacken) besser schmeckte als die speziellen Teilstücke. Also haben wir noch eine Portion Moksal nachbestellt!






Ich kann diesen Ort wirklich wärmstens empfehlen. Ob Parkplatz oder Sitzplätze, es mangelt an nichts. Abgesehen davon, dass es an diesem kalten Tag im Restaurant etwas frisch war, haben wir hier unglaublich gut gegessen. Der Service ist für den Preis einfach hervorragend. Wie mein Bruder schon sagte: Wenn es in Jeju um Fleisch geht, dann führt kein Weg an Obyeongjang vorbei.