Sangeo in Sadang: Gealtertes Sashimi als Maki
Nach langer Zeit war ich mal wieder in Seoul und habe mich mit ehemaligen Arbeitskollegen getroffen. Der Zweck dieses Treffens ist es, in guten Restaurants zu essen und ausgelassen zu trinken. Daher ist die Zufriedenheit mit der Restaurantwahl immer hoch, egal wo wir uns treffen. Auch heute haben wir, ganz im Stil von Leuten, deren Hobby es ist, gute Restaurants zu besuchen, in einem wirklich tollen Lokal gegessen.
Heute haben wir uns in Sadang (einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt in Seoul) getroffen. Bisher sind wir meistens in teure Thunfisch-Sashimi-Restaurants gegangen. Heute waren wir zwar auch in einem Fischrestaurant, aber es ist auf gealtertes Sashimi (Sukseonghoe) spezialisiert und etwas günstiger als Thunfisch. Genug der Erklärungen – wenn ihr euch einfach die Fotos vom Essen anseht, werdet ihr sofort dorthin wollen.

Das Lokal ist ziemlich klein. Es gibt nur wenige Tische, sodass es mit etwa acht Gruppen schon voll ist. Ich empfehle unbedingt zu reservieren, obwohl selbst das nicht einfach sein soll. So angesagt ist dieser Ort in der Gegend.


Das Menü, das man bestellen muss, ist eine 'Platte mit gealtertem Sashimi'. Dazu sollte man unbedingt 'Self-Maki' (Zutaten zum Selberrollen) bestellen. Wie man es isst, ist ganz einfach: Man legt Reis auf ein Nori-Algenblatt, gibt sein Lieblings-Sashimi darauf, fügt Rettichsprossen, Fischrogen, eingelegten Rettich (Danmuji) und Ähnliches hinzu und beißt herzhaft zu! Wenn man das isst und mit einem Glas Soju hinunterspült, greift man sofort wieder zum Algenblatt, um das nächste zu machen. Nur Sashimi zu essen, wäre vielleicht etwas eintönig, aber als Maki gerollt ist es eine richtige Mahlzeit und beim Kauen kommt die Süße noch besser zur Geltung. Da der Mund voll ist, ist auch das Mundgefühl viel besser, als wenn man den Fisch pur isst.



Die Platte war schnell leer, und wir überlegten, noch eine zu bestellen, aber da wir verschiedene Dinge probieren wollten, bestellten wir Menchi-Katsu (frittierte Hackfleischbällchen) und Mulhoe (kalte, scharfe Sashimi-Suppe). Das Menchi-Katsu war in Ordnung, passte aber nicht zu Soju, und das Mulhoe war enttäuschend. Es gibt kein Foto davon, aber wir hatten auch Eomuk-Nabe (Fischkuchen-Eintopf), der ebenfalls nicht besonders gut war. Wenn ihr Biertrinker seid, empfehle ich das Menchi-Katsu, ansonsten rate ich euch, unbedingt bis zum Ende bei den Platten mit gealtertem Sashimi zu bleiben.



Es war mein erster Besuch in einem Restaurant für gealtertes Sashimi seit langer Zeit. Heutzutage sind solche Lokale wirklich schwer zu finden. Es gibt nur wenige, die es gut machen, aber 'Sangeo' hat durch die Kombination von Maki und gealtertem Sashimi eine ganz eigene Spezialität des Hauses kreiert. Beim nächsten Mal werde ich Konowada (gesalzene Seegurken-Innereien) dazu bestellen und probieren. Momentan gibt es nur eine leichte Süße und Säure, aber ich denke, mit Konowada würden sich noch viel mehr Aromen im Mund entfalten.