Toriaezu in Yaksu: Spieße & Highballs in Seoul
Am Wochenende hatte ich nichts vor, also überredete ich einen ehemaligen Arbeitskollegen, etwas trinken zu gehen. Wir suchten nach einem Treffpunkt in der Mitte und entschieden uns für die Station Yaksu (in Seoul). Dort gibt es zwar auch üppige Meeresfrüchte-Eintöpfe, aber heute suchten wir nach etwas Leichtem, das nicht so schwer im Magen liegt. Da schien uns das Toriaezu die beste Wahl zu sein.
Es gibt das Hauptgeschäft und eine Filiale im 5. oder 6. Stock des Nachbargebäudes. Da mein Freund heute zum ersten Mal hier war, sind wir extra in das enge und etwas unbequeme Hauptgeschäft gegangen.


Es ist etwas ungewöhnlich, dass man bei der Bestellung die Gerichte aufschreiben und abgeben muss. Zu den Spießen passen Bier oder Highballs besser als Soju. Da sie leicht süßlich sind, bekommt man Durst und braucht ein erfrischendes Getränk. Persönlich finde ich, dass ein Highball noch besser zu den Spießen passt. Wenn der eiskalte Highball nach einem warmen Spieß die Kehle hinunterfließt, fühlt es sich an, als würde er das ganze Fett einfach wegspülen.






Da es ziemlich lange dauert, bis das Essen kommt, sollte man am besten so viel wie möglich auf einmal bestellen. Selbst wenn man viel bestellt, kommt nicht alles gleichzeitig an. Man muss also eine Riesenbestellung aufgeben und dann einfach alles sofort essen, sobald es serviert wird.







Meine größte Empfehlung ist jedoch nicht ein Spieß, sondern der Myeongran-bap (Reis mit gewürztem Kabeljaurogen). Die Spieße sind nicht ganz billig, und es dauert ziemlich lange, bis man davon satt wird, also sollte man den Magen mit Reis füllen. Und da muss es unbedingt der Myeongran-bap sein. Wenn man fragt, wie er schmeckt: Natürlich nach Rogen, aber gemischt mit der Sauce und den Frühlingszwiebeln entsteht eine perfekte süß-salzige Kombination. Man kann ihn vor den Spießen essen, um satt zu werden, oder auch zwischendurch. Am besten fängt man aber mit dem Reis an – so spart man Geld und kann die Spieße danach viel entspannter genießen.





Ich glaube, was gegrillte Spieße angeht, gehört dieser Laden nicht nur in Yaksu, sondern in ganz Seoul zu den besten. Es gibt kaum Orte, die so gut grillen wie hier. Früher bin ich oft zu Tudari gegangen, aber dort schwankte der Geschmack je nach Filiale zu stark, was mir nicht gefiel. Dieser Laden hier hat jedoch nur zwei Standorte, die direkt nebeneinander auf die gleiche Weise geführt werden, sodass man sich um den Geschmack keine Sorgen machen muss. Wenn ihr in Yaksu seid, müsst ihr unbedingt vorbeischauen.
Ich musste immer wieder daran denken, und als die Jahreszeit kam, in der man eine Jacke braucht, bin ich wieder hingegangen. Im Sommer ist es auch lecker, aber wenn die Zeit für etwas Warmes kommt, schmecken die Spieße mit einem Highball noch besser.
Heute haben wir nicht im engen Hauptgeschäft gegessen, sondern in der geräumigen und schön eingerichteten Filiale.


War beim letzten Mal der Rogen-Reis mein Favorit, so ist meine heutige Neuentdeckung, die mich wirklich begeistert hat, der Hühnerhaut-Spieß. Er ist süßlich und knusprig – fast schon gefährlich, weil ich das Gefühl habe, ich könnte endlos davon essen. Da er sehr süß ist, passt er hervorragend zum Highball. Weil es draußen kalt war, wäre Sake sicher auch gut gewesen, aber ich bleibe beim Highball.










Ich habe beim Essen alles fotografiert, aber für meinen Geschmack sind der Hühnerhaut-Spieß, der Myeongran-bap und ein Ballantine's Highball einfach die perfekte Kombination. Die anderen Spieße bestelle ich eigentlich nur, damit es nicht langweilig wird, immer das Gleiche zu essen. Probiert diese drei Sachen unbedingt gleich zu Beginn eurer Bestellung aus.