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Won Daegutang in Seoul: 40 Jahre alter Kabeljau-Eintopf

2021-10-14 · Aktualisiert: 2026-08-11 · Original (Koreanisch)

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus dem koreanischen Original übersetzt. Das koreanische Original lesen →

Wenn man sich die aktuelle Stimmung so ansieht, scheint Corona definitiv in den letzten Zügen zu liegen. Da immer mehr Leute geimpft sind, ergab sich endlich die Gelegenheit, mit Freunden, die aus Rücksicht auf ihre Familien kaum noch ausgegangen sind, etwas trinken zu gehen. Da wir uns während der ganzen Corona-Zeit nicht gesehen hatten und heute zusammen Soju (koreanischer Reisschnaps) trinken wollten, habe ich nach einem guten Lokal gesucht. Unter den paar Orten, die mir in den Sinn kamen, ist das Won Daegutang in Yongsan (einem Bezirk in Seoul) einfach unschlagbar für einen Soju-Abend, also haben wir uns dort getroffen.

Beleuchtete Außenansicht des Restaurants Won Daegutang bei Nacht.

Das Won Daegutang ist nur ein paar Schritte vom Ausgang der U-Bahn-Station Samgakji entfernt. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es hätte sich hier erst nach dem Bau der U-Bahn-Station angesiedelt, aber es ist ein echtes Urgestein dieses Viertels und hält sich hier seit über 40 Jahren. Genau wie das Yurimmyeon wurde es als "Seoul Future Heritage" (kulturelles Erbe der Stadt) ausgezeichnet und hat sogar eine entsprechende Plakette. Wenn ich so nach und nach die Restaurants durchgehe, in denen ich gut gegessen habe, finde ich, dass diese Auszeichnung als "Seoul Future Heritage" fast vertrauenswürdiger ist als ein Michelin-Stern. Falls ihr eine Reise nach Seoul plant, empfehle ich euch, bei der Restaurantsuche mal nach diesem Begriff zu suchen. Da tauchen reihenweise berühmte Nopo (alteingesessene Traditionslokale) in Seoul auf.

Zertifizierungsplakette des Seoul Future Heritage an einer Holzwand.

Vor Corona war es hier trotz einer Renovierung immer so voll, dass der große Raum komplett mit Gästen besetzt war. Eine Wartezeit von 30 Minuten war Standard, aber es liegt wohl definitiv an Corona, dass wir diesmal ohne Warten reinkamen. Das heißt aber nicht, dass wenig los war – es waren gerade mal ein oder zwei Tische frei. Man sollte also entweder mit der Einstellung hingehen, dass man eventuell warten muss, oder, wenn man keine Zeit hat, lieber ein anderes Daegutang-Lokal (Kabeljau-Eintopf-Restaurant) in der Nähe aufsuchen. (Das Won Daegutang ist zwar am bekanntesten, aber die anderen Lokale drumherum sind auch ziemlich gut.)

Preislich liegen wir bei 12.000 KRW pro Person und 4.000 KRW für einen Soju, was für Seoul durchschnittlich bis günstig ist. Bei den heutigen Preisen in Seoul, wo ein Tonkatsu-Menü (paniertes Schweineschnitzel) fast 20.000 KRW kostet, braucht man hier nur etwa 20.000 KRW, um ordentlich betrunken zu werden – in meinen Augen ein wirklich guter Deal.

Das Besondere an diesem Lokal ist, dass es feste Regeln für die Zubereitung und die Reihenfolge beim Essen gibt. Die Zubereitungsregel lautet: Einfach in Ruhe lassen. Es gibt ja immer Leute, die beim Essen nicht stillsitzen können und ständig im Topf herumrühren müssen, aber wenn man das hier macht, wird man von den vorbeigehenden, etwas schroffen Kellnerinnen schnell mal zurechtgewiesen. Die Reihenfolge beim Essen ist: Minari (Wassersellerie), Sojasprossen, Kabeljau und dann die Innereien. Besonders am Anfang, wenn man den Minari isst, ist das Aroma so intensiv, dass allein dafür schon eine Flasche Soju im Nu verschwindet.

Speisekarte für Daegutang (Kabeljau-Suppe) und eine Anleitung zum optimalen Verzehr an der Wand.
Altes Holzschild im Inneren des Restaurants mit der Aufschrift Won Daegutang Hauptfiliale.
Wand des Restaurants voller Autogrammkarten von Prominenten.

Während der Daegutang vor sich hin köchelt, muss man sich seine Sojasauce zum Dippen anmischen. Jeder hat da sein eigenes Rezept, aber ich drücke die Sojasaucenflasche 5 bis 6 Mal kräftig, damit das Essen richtig darin baden kann. Dann kommt ein Spritzer Essig und zwei kräftige Spritzer Senf dazu, damit der Senfgeschmack schön stark durchkommt. Beim schwarzen Pfeffer streue ich nicht nur ein bisschen, sondern haue ordentlich was rein, sodass bei jedem Dippen Pfeffer hängen bleibt. Das ist natürlich nur meine Art, das zu essen – man kann das ganz nach dem eigenen Geschmack anpassen.

Gewürzbehälter mit Sojasauce, Essig und Pfeffer auf dem Tisch.
In einem kleinen Schälchen gemischte Würzsauce aus Sojasauce, Essig, Pfeffer und Senf.
Ein abgedeckter Topf steht auf einem Gaskocher mit blauer Flamme.

Als es endlich anfing zu brodeln, rückte die Kellnerin an. Sie rührte die Gewürzpaste unter und sagte uns, wir sollten in etwa einer Minute mit dem Minari anfangen. Als es so weit war, stürzten wir uns zuerst auf den Minari. Wie schon erwähnt, ist das Aroma so stark, dass eine Flasche Soju allein mit dem Minari und der Brühe ruckzuck weg ist. Dann holt man die versteckten Sojasprossen von unten hoch und isst sie zusammen mit dem Minari. Hier darf man den Alkohol nicht zu schnell trinken und betrunken werden. Der wahre Geschmack dieses Lokals entfaltet sich nämlich erst, wenn man Minari, Sojasprossen, Kabeljaufleisch und die klare Brühe auf einmal in den Mund schiebt und dieses Quartett genießt – man muss sich sein Tempo also gut einteilen. Aber wie immer war ich viel zu aufgeregt, sodass ich, der ohnehin nichts verträgt, schon beim Kabeljau anfing, leicht zu schwanken.

Kochende Daegutang (Kabeljau-Suppe) in einem Topf, reichlich belegt mit Wassersellerie und Würzsauce.
Ein Eintopf mit roter Brühe, reichlich Wassersellerie, Fischinnereien und Fischmilch kocht in einem Topf.
Mit Stäbchen gehaltener blanchierter Wassersellerie wird in eine Sauce in einem kleinen Schälchen getunkt.
Weißes Fischfleisch und blanchierter Wassersellerie auf einem Löffel vor dem Hintergrund eines roten Eintopfs.

Es sieht zwar rot und extrem scharf aus, ist es aber überhaupt nicht. Für koreanische Verhältnisse ist es absolut machbar. Da der Kabeljau allein recht mild schmeckt, isst man ihn am besten zusammen mit der leicht scharfen Brühe und der Sauce. Sowohl das Kabeljaufleisch als auch die Innereien schmecken zusammen mit dem Gemüse einfach himmlisch. Das absolute Highlight ist eigentlich der Bokkeumbap (gebratener Reis), aber an diesem Tag haben wir uns so verquatscht, dass es fast 22 Uhr war – die Sperrstunde des 21. Jahrhunderts – und wir ihn nicht mehr essen konnten. Der gebratene Reis ist wirklich die Krönung dieses Lokals, den müsst ihr unbedingt probieren.

Allerdings würde ich nicht empfehlen, mittags ins Won Daegutang zu gehen. Wenn ich nur daran denke, dieses Essen tagsüber ohne Soju zu essen... ah, das ist ja jetzt schon eine Qual. Absolut nicht zu empfehlen.

Ein helles Schild mit der Aufschrift Original Won Daegutang in einer dunklen Gasse, und Leute sitzen auf einer Bank.

Wenn man sich die Bewertungen ansieht, gibt es viele negative Kommentare zu Hygiene und Service. Nach der Renovierung ist es meiner Meinung nach viel besser geworden, aber anscheinend reicht es noch nicht. Früher klebte manchmal noch etwas Chilipulver an Löffel und Stäbchen, aber da es ein altes Traditionslokal ist und das Publikum eher etwas älter, wischen die meisten das einfach kurz mit Wasser ab und gut ist. Auch beim Service nehmen die Stammgäste das einfach so hin. Da das Lokal ziemlich berühmt geworden ist, kommen manche vielleicht mit hohen Erwartungen und sind dann enttäuscht. Die Freundlichkeit und Sauberkeit eines normalen Restaurants sucht man hier definitiv vergebens. Aber gerade wegen dieses rauen Charmes rutscht der Soju hier umso besser runter, das ist auch eine Tatsache.


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